Als der Krieg kam, beschloss Petro das Land zu verlassen. Mit dem Auto wäre es für den 20-Jährigen aus der West-Ukraine zu gefährlich gewesen. Trotz einer Fußverletzung hätte ihn die Polizei sofort zurück nach Hause geschickt. Er entschied sich zu Fuß über matschige Feld- und Waldwege in die benachbarte Republik Moldau zu flüchten. "Mein Vater ging auch mit, er zeigte mir einen Weg über die grüne Grenze nach Moldau“, erzählt Petro. "Ich ging trotz Verletzung zu Fuß mit der Krücke. Die Polizei kontrollierte mich zum Glück nicht."
In Moldau angekommen, wurden Vater und Sohn von einem Auto abgeholt – wie das organisiert wurde, blieb offen. Dann ging es mit dem Auto über Rumänien nach Österreich. In Wien traf sich die gesamte Familie wieder. "Wir sind alle hier. Jetzt wäre eine solche Flucht unmöglich, die Grenze ist geschlossen. Es wird überall kontrolliert."
In Wien wandte sich Petro an die Helfer im Austria Center Vienna. Hier wurde eine Impfstraße zu einem Beratungszentrum für Flüchtlinge aus der Ukraine umgewandelt.
In Wien hat die Caritas bereits eine Notschlafstelle am Hauptbahnhof in Wien-Favoriten sowie aufgrund der großen Nachfrage ein weiteres Notquartier im Ernst-Happel-Stadion (Wien-Leopoldstadt) eingerichtet. Insgesamt stehen hier so aktuell knapp 130 Betten zur Verfügung. Zudem wird gemeinsam mit dem Fonds Soziales Wien und der Diakonie die Beratungsstelle im Austria Center Vienna betrieben – knapp 1.000 Menschen werden hier am Tag unterstützt.