Nur Giorgio Armani wollte bei der vergangenen Mailänder Modewoche sein Statement am Laufsteg gegen Russland setzen. Die anderen Modehäuser hielten sich da zurück. Warum ist das so? Es geht natürlich um Geld. Viel Geld. Denn die russische Oberschichte gilt als wichtiger Absatzmarkt für Luxusmarken.
Imran Amed, Chefredakteur von "Business of Fashion", ist eine Stimme in der Modebranche, die gehört wird. Und er spart auf seinem Instagram Channel nicht mit Kritik, setzt sogar voraus, dass Marken dem Beispiel von Apple folgen sollten und vorerst den Verkauf von Modeprodukten auf Eis legen.
In der größten kriegerischen Krise Europas seit dem Zweiten Weltkrieg nicht adäquat zu antworten sei eine Schande, so Amed. Angesichts der Super-Yachten von Oligarchen, die in der EU und den USA von den Behörden bereits beschlagnahmt wurden, wäre es an der Zeit auch bei den Kleiderschränken der reichen Russen anzusetzen.
"Es geht hier um zu viel, als einfach nichts zu sagen", so Imran Amed in seinem Plädoyer auf Instagram.
Mode-Legende Giorgio Armani war einer der wenigen, die sich zu der Ukraine-Krise auch am Laufsteg äußern wollten. Journalistin Suzy Menkes erzählte er tief bewegt (auf französisch) nach der Show von seiner Betroffenheit.