Oberösterreich

Ukraine-Krieg kostet jetzt 300 Personen den Job in OÖ

Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine zeigen sich nun auch in OÖ mit voller Härte. Im Innviertel verlieren 300 Menschen ihren Job.
Peter Reidinger
06.04.2022, 11:19

Es ist ein herber Schlag für den Wirtschaftsraum Innviertel in Oberösterreich: Der Automobilzulieferer EKB (gehört zur Dräxlmaier-Gruppe) wird in der Produktion am Standort Braunau 300 Jobs abbauen. 

"Die Arbeitsplätze werden nach Rumänien verlagert, zur besseren Auslastung des dortigen Werks", so Standortleiter Markus Hartmann laut "OÖN".

Dramatischer Umsatz-Einbruch

Wegen des Kriegs in der Ukraine "haben wir im März und im April um 30 Prozent weniger Umsatz", so Hartmann weiter.

Die großen Autohersteller würden derzeit aufgrund der wirtschaftlichen Krisensituation bei den Zulieferern einfach weniger bestellen. EKB beliefert Big Player wie VW, Mercedes-Benz, Jaguar, BMW und Audi.

Frühestens im September müssen die ersten Mitarbeiter gehen, die ersten 60 wurden bereits informiert. Das Unternehmen betont, man habe einen Sozialplan ausgearbeitet, es werde umfassende Unterstützungsmaßnahmen für die Betroffenen geben.

Der Standort in Braunau mit insgesamt derzeit 720 Mitarbeitern soll zu einem Forschungsstandort werden.

„"Katastrophale Auswirkungen dieses Angriffskriegs"“

Dräxlmaier-Chairman Fritz Dräxlmaier sagte laut Aussendung des Unternehmens schon vor zwei Wochen in Bezug auf den kriegerischen Konflikt: "Wir befinden uns in einer Zeitwende mit extremen Auswirkungen aufgrund der Versorgungsengpässe in den gesamten Lieferketten sowie Auswirkungen auf Energieversorgungen und Energiepreise. Die Automobilindustrie steht vor großen Herausforderungen, die längerfristig ihre Spuren hinterlassen werden".

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Die Industrie befinde sich (aufgrund der Pandemie) bereits im dritten Jahr im Krisenmodus, "die katastrophalen Auswirkungen dieses Angriffskriegs sind jedoch weitreichender und entziehen sich jeglicher Planungssicherheit", so der Chairman.

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