Der russische Präsident Wladimir Putin ist am wichtigsten russischen Feiertag demonstrativ auf der Krim gelandet. Es ist der erste Besuch Putins seit der Annexion der Schwarzmeerhalbinsel im März. In Sewastopol nahm der Staatschef die Parade von 10 Kriegsschiffen sowie 70 Kampfflugzeugen und Hubschraubern zum Sieg über Nazi-Deutschland 1945 ab.
im März. In Sewastopol nahm der Staatschef die Parade von 10 Kriegsschiffen sowie 70 Kampfflugzeugen und Hubschraubern zum Sieg über Nazi-Deutschland 1945 ab.
Provokanter geht's nicht mehr! Vor seiner Ankunft in Sewastopol hatte Putin noch in Moskau vor tausenden Soldaten gesagt: "Dies ist ein Feiertag, an dem die über alles siegende patriotische Kraft triumphiert, an dem wir alle besonders stark fühlen, was es bedeutet, dem Mutterland treu zu sein, und wie wichtig es ist, für unsere Interessen einzustehen".
Internationale Kritik
Die ukrainische Führung hatte vor Provokationen anlässlich des Feiertags gewarnt. Regierungschef Arseni Jazenjuk hatte die offiziell nicht angekündigte Visite im Vorfeld als "Provokation" kritisiert. Auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bezeichnete es als "schade", den Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs "in einem solchen Spannungsfeld" für eine Parade zu nutzen. Auch die USA wiederholen, dass sie die "illegale Annexion der Krim" nicht akzeptieren, und Putins Besuch würde die Spannungen nur verschärfen.
Sewastopol begeht zeitgleich zum 69. Jubiläum des Kriegsendes auch den 70. Jahrestag der Befreiung. Sowjetische Truppen hatten Sewastopol am 9. Mai 1944 von der deutschen Wehrmacht zurückerobert.
Die Bevölkerung der Krim und die Stadt Sewastopol hatten am 16. März 2014 in einem umstrittenen Referendum für einen Beitritt zu Russland gestimmt. Daraufhin unterzeichnete Putin am 18. März den Vertrag über die Aufnahme der Gebiete.
Mindestens 21 Tote in Mariupol
Bei Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Soldaten in der südukrainischen Hafenstadt Mariupol sind - ebenfalls am Freitag - mindestens 21 Menschen umgekommen. Unter den Todesopfern sind 20 Milizionäre und ein Polizist. Offenbar hatten Freischärler eine Polizeistation besetzt, und ukrainische Einheiten versuchten, sie einzunehmen.
Separatisten wollen Russen-Oberst als Führer
Die verschiedenen Separatistengruppen in der Ukraine wollen sich nun organisieren und hinter einem Milizenführer zusammenschließen. Der Mann soll Oberst des russischen Geheimdienstes oder Militärgeheimdiensts sein. Es handelt sich um Igor Strelkow alias Igor Girkin. Er führte bisher die Separatisten in Slawjansk an. Der 43-Jährige soll maßgeblich an der Geiselnahme der OSZE-Militärbeobachter beteiligt gewesen sein.