Nach dem militärischen Einmarsch von Russland in der Ukraine meldet sich West-Ham-Star Andrej Jarmolenko in einer Video-Botschaft zu Wort. "Ich habe eine Frage an die russischen Nationalspieler: Jungs, warum sitzt ihr wie die Blöden da und sagt nichts?", meint der frühere Profi von Borussia Dortmund, der als Sohn ukrainischer Eltern im russischen St. Petersburg geboren wurde: "In meinem Land töten sie Menschen, Frauen, Mütter, unsere Kinder. Aber ihr sagt nichts, ihr kommentiert nichts."
Hinter den Kulissen sei das anders, er fordert seine Bekannten aus dem russischen Nationalteam auf, sich auch öffentlich zu äußern. "Ihr habt mir alle gesagt, dass es nicht so sein sollte, dass euer Präsident sich nicht korrekt verhält", so Jarmolenko: "Also Jungs, ihr habt Einfluss auf die Leute, zeigt es ihnen, ich flehe euch an. Es ist an der Zeit, eure Ellenbogen zu zeigen - im wahren Leben."
Wie kommt seine Botschaft in Russland an? Offenbar nicht gut. Russland-Kapitän Artem Dzyuba meldet sich nun auch dazu und kontert scharf: "Ich wollte mich dazu eigentlich nicht äußern. Nicht weil ich Angst hätte, sondern weil ich kein Politik-Experte bin", meint der St.-Petersburg-Torjäger. Weiters führt er aus: "Ich bin gegen jeden Krieg, aber auch gegen Diskriminierung auf Basis der Nationalität. Ich schäme mich nicht, Russe zu sein, und ich bin stolz, ein Russe zu sein."
Er versteht die Kritik an seinen russischen Landsleuten nicht. "Es wird viel Hass und Schmutz auf alle Russen geworfen, egal, welche Position und welchen Beruf sie haben ... Es ist merkwürdig, das von Leuten zu hören, denen Russland in ihrem Leben viel gegeben hat." Zum Schluss sendet er einen Seitenhieb an den Premier-League-Spieler: "An die Kollegen, die auf ihren Ärschen in ihren Anwesen in England sitzen: Ihr könnt uns nicht beleidigen."