Nach dem Attentat auf einen hohen russischen Marineoffizier hat der russische Inlandsgeheimdienst FSB ein Video veröffentlicht. Es soll zeigen, wie der Offizier durch eine ukrainische Bombe in seinem Auto getötet wird.
Zudem zeigen die russischen Behörden Aufnahmen der Spurensicherung. Und sie präsentieren einen angeblichen, verhafteten ukrainischen Agenten. Laut dem ukrainischen Geheimdienst war der Getötete ein Kriegsverbrecher. Er habe Marschflugkörper aus dem Schwarzen Meer auf zivile Ziele in der Ukraine abgefeuert.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Weltgemeinschaft zu einer entschiedenen Reaktion auf den russischen Angriff mit einer neuen Mittelstreckenrakete aufgefordert. "Dies ist eine eindeutige und ernsthafte Ausweitung des Ausmaßes und der Brutalität dieses Krieges, eine zynische Verletzung der UNO-Charta durch Russland", schrieb Selenski in sozialen Netzwerken. "Es ist ihm egal, was China, Brasilien, die europäischen Länder, Amerika und alle anderen Länder der Welt fordern."
Vorher hatte der Kremlchef den Einsatz einer neuen ballistischen Mittelstreckenrakete gegen die ukrainische Großstadt Dnipro bestätigt und mit weiteren Schlägen gedroht. Er begründete dies mit Angriffen der Ukraine auf russisches Gebiet, die dabei dem Vernehmen nach Raketen aus den USA und Großbritannien einsetzte. Selenski entgegnete, dies sei als Abwehr des russischen Angriffskriegs völkerrechtlich gedeckt. "Unser Recht auf Selbstverteidigung ist das gleiche wie das jeder anderen Nation."
Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen Angriff auf die Ukraine mit einer neuen Mittelstreckenrakete bestätigt und mit weiteren Schlägen gedroht. In einer Videoansprache nannte er das System Oreschnik. Es arbeite mit Hyperschallgeschwindigkeit und könne nicht abgefangen werden, sagte der Kremlchef. In der ukrainischen Großstadt Dnipro waren am Donnerstagmorgen mutmaßlich sechs Sprengköpfe einer russischen Rakete eingeschlagen. Frühere Berichte mutmaßten, dass es sich bei der Rakete um eine Interkontinentalrakete handelte. Doch auch die USA gehen davon aus, dass es eine Mittelstreckenrakete war.
Putin sprach von einer Reaktion darauf, dass die USA und andere westliche Länder der Ukraine den Einsatz weitreichender Waffen auch auf russischem Territorium erlaubt hätten. "Wir haben mehrfach unterstrichen, dass der vom Westen provozierte Regionalkonflikt in der Ukraine Elemente globalen Charakters angenommen hat", sagte Putin. Zugleich nannte er das neue System die Antwort Moskaus darauf, dass die USA Mittelstreckenraketen in Europa und im Pazifik stationieren wollten. Bei weiteren möglichen Angriffen mit Oreschnik werde Russland die Zivilbevölkerung warnen, damit sie die Gefahrenzone verlassen könne, sagte Putin.