Welt

Ukraine: Wieder OSZE-Beobachter verschwunden

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:09

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa hat den Kontakt zu einem weiteren Beobachterteam in der Ostukraine verloren. Seit Donnerstagabend habe sie von dem vierköpfigen Team in der Region Lugansk nichts gehört, teilte die OSZE am Freitag auf ihrer Facebook-Seite mit. Das Team wurde in Sewerodonezk von Bewaffneten festgenommen.

Die bereits am Montag verschleppten vier OSZE-Beobachter haben die Separatisten nach eigener Darstellung am Freitag auf freien Fuß gesetzt. Die Freischärler haben mitgeteilt, dass sie die Beobachter freigelassen und verwarnt haben, sich künftig nicht mehr ohne Voranmeldung auf dem Gebiet der selbst ernannten "Volksrepublik Lugansk" (Luhansk) aufzuhalten. Laut OSZE fehlt von ihnen hingegen noch jede Spur. 

Separatisten schießen Militärhubschrauber ab

Beim Abschuss eines ukrainischen Hubschraubers nahe der Separatistenhochburg Slawjansk waren am Donnerstag mindestens 14 Soldaten getötet worden. Unter den Opfern war auch General Wladimir Kultschizki.

Die Soldaten sollten bei einer Truppenrotation andere Kräfte in dem Kampfgebiet ersetzen. Dabei zerstörten die Aufständischen den Helikopter mit einem tragbaren Raketenwerfer. Bei Slawjansk setzten pro-ukrainische Truppen Artillerie und Kampfjets gegen prorussische Separatisten ein.

Die ukrainischen Regierungstruppen führen gegen die Separatisten im Osten der Ukraine. Seither sollen schon mehr als 200 Menschen gestorben sein, neben ukrainischen Soldaten und Aufständischen auch Zivilisten.

Verstoß gegen Genfer Konvention

Russland wirft der Übergangsregierung in Kiew daher auch einen Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht vor. Die ukrainischen Streitkräfte, Einheiten der Nationalgarde und rechtsextreme Kämpfer hätten Waffengewalt gegen Zivilisten eingesetzt und damit gegen die Vierte Genfer Konvention zum Schutz von Zivilisten in Kriegsgebieten verstoßen, so die Anschuldigung.

Teil der Gas-Schulden beglichen

Im Streit über die russischen Gaslieferungen an die Ukraine gibt es Fortschritte. Der ukrainische Versorger Naftogas hat 786 Millionen US-Dollar an Russland überwiesen. Moskau droht mit einem Lieferstopp ab Dienstag, sollte Kiew seine Schulden nicht zahlen. Das Land fordert insgesamt 5,2 Milliarden US-Dollar. Am Montag sollen die Verhandlungen in Brüssel fortgesetzt werden.

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