Drohnenkrieg

Warum die Ukraine es auf Wildberries abgesehen hat

Ukrainische Drohnenangriffe auf Lager des Online-Händlers Wildberries treffen Russlands Handel und werfen Fragen zur Rolle des Unternehmens auf.
Newsdesk Heute
30.07.2026, 12:42
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In der Nacht auf Donnerstag haben ukrainische Drohnen wieder Lager des russischen Online-Händlers Wildberries angegriffen. Kiew sieht das Unternehmen, das für russische Kundschaft und Händler besonders wichtig ist, auch als bedeutend für die Militärlogistik Russlands.

Wildberries ist in Russland eine extrem beliebte Online-Plattform. Wegen des riesigen Angebots und der schnellen Lieferung wird sie oft als "russisches Amazon" bezeichnet. Gegründet wurde das Unternehmen 2004 von Tatjana Kim. Sie gilt heute als reichste Frau Russlands. Die frühere Englischlehrerin und Mutter von sieben Kindern hat laut "Forbes" ein Vermögen von rund 7,1 Milliarden Euro.

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20 Millionen Transaktionen

Wildberries setzt auf ein riesiges Netzwerk mit zehntausenden Abholstationen – sogar in den kleinsten Orten Russlands und in einigen Nachbarländern. Laut eigenen Angaben werden täglich mehr als 20 Millionen Transaktionen abgewickelt.

Bereits am Wochenende vom 18. auf den 19. Juli hat die Ukraine erstmals Logistikzentren von Wildberries angegriffen. In den Zentren in der Region Tambow und in der Region Moskau wurden dabei insgesamt acht Menschen getötet. Seither gab es immer wieder Angriffe auf Lager des Online-Händlers. Die Schäden dürften beträchtlich sein. In der Nacht auf Donnerstag trafen ukrainische Drohnen ein Wildberries-Lager in der Region Pensa und eines in Sarapul.

800.000 Kleinhändler

Bis zu 800.000 Händler arbeiten laut Analysten mit Wildberries zusammen und verkaufen dort ihre Waren. Für viele Unternehmer sind die Angriffe ein schwerer Schlag. Firmenchefin Kim hat vergangene Woche angekündigt, dass es Entschädigungen für verlorene Waren geben wird. Sie versicherte, es würden "vorrangig die kleinsten und am wenigsten geschützten Unternehmer" unterstützt. Im Internet häufen sich aber Beschwerden von Verkäufern, zum Beispiel über die Höhe der Auszahlungen.

Von westlicher Seite gibt es Kritik, weil Wildberries angeblich hilft, westliche Sanktionen zu umgehen. Über die Plattform werden Produkte angeboten, die es in Russland sonst nicht geben würde. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft dem Unternehmen außerdem vor, "Drohnenkomponenten, Navigationsgeräte und militärische Ausrüstung" zu lagern und zu transportieren. Moskau weist das zurück.

Die Angriffe auf die Lager von Wildberries sind Teil einer ukrainischen Kampagne gegen zivile Infrastruktur in Russland. Dabei werden auch Ziele getroffen, die weit von der Ukraine entfernt liegen. Kiew will auf diese Weise erreichen, dass der Kreml über ein Ende des Kriegs verhandelt.

{title && {title} } red, {title && {title} } 30.07.2026, 12:42