Die Ukraine setzt ihre Serie schwerer Drohnenangriffe gegen das russische Amazon-Pendant Wildberries fort. In der Nacht auf Mittwoch wurden Logistikzentren des Online-Versandhändlers in Krasnodar und Newinnomyssk, im Süden Russlands, getroffen.
Besonders heftig war der Angriff auf ein Wildberries-Lager in Krasnodar. Dort brach ein Großbrand aus, der auch Stunden später noch nicht unter Kontrolle war. Für die Löscharbeiten sollte zusätzlich ein Hubschrauber eingesetzt werden.
Nach aktuellen Behördenangaben wurden in Krasnodar zehn Menschen verletzt. Drei von ihnen befinden sich demnach in einem schweren Zustand, ein weiterer Verletzter wurde mit mittelschweren Verletzungen ins Spital gebracht. Sechs Menschen konnten ambulant behandelt werden.
Auch ein Wildberries-Logistikzentrum in Newinnomyssk in der Region Stawropol ging nach einem Drohnenangriff in Flammen auf. Dort meldeten die Behörden fünf Verletzte. Ein Mitarbeiter musste ins Spital gebracht werden. Der Betrieb an beiden Standorten wurde vorerst eingestellt.
In Armavir trafen Drohnentrümmer laut dem regionalen Gouverneur das Gelände eines Industriebetriebs. Ein Mitarbeiter kam dabei ums Leben. Russische Medien berichten, dass es sich bei dem Ziel um ein Treibstofflager gehandelt haben soll.
Auch Wohnhäuser wurden beschädigt. In Krasnodar schlugen Trümmer in zwei Mehrparteienhäuser ein, im Ort Dinskaja wurden zwei Einfamilienhäuser getroffen. Verletzte gab es dort laut Behörden keine.
Es war bereits der dritte schwere Angriff auf Standorte von Wildberries binnen weniger Tage. Zuvor waren Logistikzentren in Kotowsk und Elektrostal bei Moskau getroffen worden. In Kotowsk kamen nach russischen Angaben mehrere Mitarbeiter der Nachtschicht ums Leben, Dutzende Menschen wurden verletzt.
Die jüngsten Angriffe könnten nun auch Folgen für die Lieferungen des größten russischen Online-Händlers haben. Experten schätzen, dass ein beträchtlicher Teil der Lagerkapazitäten derzeit nicht genutzt werden kann.