2006 war Ullrich wegen des Verdachts des Eigenblutdopings kurz vor dem Start der Tour de France ausgeschlossen worden. Es dauerte lange, bis der Deutsche das Doping zugab, bis zum November 2023.
"Es war eine Scheißzeit, es hat mich gekillt. Doping hat mich zehn Jahre gekostet", meinte der heute 52-Jährige in der Talkshow "Inas Nacht". Trotzdem würde sich Ullrich für die Einnahme unerlaubter Mittel nicht schämen. "Wir haben uns angepasst an das, was andere eh schon gemacht haben", so der Deutsche, der damals Aushängeschild des Radsports bei unseren Nachbarn war. Doping sei weit verbreitet gewesen, deshalb habe auch er sich eingeredet, dass trotzdem "Talent und Können" entscheiden würden, erklärte Ullrich.
"Ich hätte damals den ganzen Radsport auffliegen lassen können", meinte Ullrich nun, 20 Jahre, nachdem er selbst suspendiert worden war. Er habe es allerdings abgelehnt, andere "reinzureiten". Denn Ullrich habe den Radsport "zu doll geliebt", wie er nun meinte. Ullrich war Kunde des spanischen Arztes Eufemiano Fuentes, der zu dieser Zeit ein Doping-Netzwerk aufgebaut hatte.
"Immerhin ist durch das, was wir damals verzapft haben, jetzt ein sauberer Sport entstanden", meinte Ullrich. Er wolle "glauben, dass alles sauber ist".
Er selbst hatte nach dem Ende seiner Karriere jahrelang gegen Depression, Alkohol- und Drogensucht gekämpft.