"Umweltschutzverbot" für steirischen Öko-Discobetreiber

Ort erlaubt Wirt (r.) mit E-Auto keine Solaranlage.
Ort erlaubt Wirt (r.) mit E-Auto keine Solaranlage.iStock(Symbol)/privat
Einem umweltbewussten Wirt aus der Steiermark wurde nun eine Fotovoltaik-Anlage am Dach seiner Disco verboten. Grund: Das Ortsbild ließe das nicht zu.

Corona stürzte die Nachtgastronomie ins Verderben – doch Sascha Pranger aus Neumarkt (Stmk.) gelang die Wiederauferstehung. Erst versteigerte der Tollhaus-Wirt seine Bier-Reserven, "Heute" berichtete.Zeitgleich stampfte er ein Essens-Lieferservice aus dem Boden – Mit Erfolg. Um rund 89 Fuhren täglich emissionsarm zu schaffen, schaffte sich der umweltbewusste Gastronom extra ein Elektroauto an. Den Strom dafür sollte ihm eine rund 90.000 Euro teure Solaranlage liefern.

"Heuchelei bei Umweltschutz"

Die Pläne und die Finanzierung waren bereits fix und fertig vorbereitet. Rund die Hälfte des gesamten Strombedarfs seines Lokals und 100 Prozent des Verbrauchs vom E-Auto wären so gedeckt gewesen. Aber der Ortsbildschutz kam dem Wirten in die Quere. "Die Gemeinde hat alles abgelehnt. Die Heuchelei, wenn es um Umweltschutz geht, verstehe ich nicht. Auf der einen Seite sollen wir nachhaltige Energie erzeugen und dann wird es uns verboten", drückt es Sascha Pranger nun im beinahe wörtlich die Kabeln heraus.

Ortsbildschutz untersagt Solar-Anlage

Die Gemeinde bestätigt gegenüber der "Kleinen Zeitung" das Problem: "Das Haus befindet sich noch in der Kernzone des Ortsbildschutzes", sagte der dortige Bürgermeister Josef Maier. Die entsprechende Verordnung wurde schon 2014 erlassen, in der Kernzone darf keine Fotovoltaikanlage in gut einsehbarer Richtung montiert werden.

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