Undercover-Video zeigt Kükentöten im großen Stil

Erstmals (!) konnten Tierschützer nun beweisen, dass nicht nur männliche sondern auch kerngesunde weibliche Küken vergast werden.
In Betrieben wie diesem beginnt das Leiden der Hühner für die Eierproduktion. Der SOKO Tierschutz veröffentlichte heimlich gefilmte Aufnahmen aus der Brüterei Hölzl (Moosburg/Deutschland), einem Pionier in Sachen Hühner-, Bio- und Freilandhaltung, sowie den so genannten "Zweinutzungshühnern".

Die Undercover-Aufnahmen zeigen jedoch, dass nicht nur männliche, sondern auch völlig gesunde weibliche (!) Küken geschreddert werden. Einfach, weil zu viele produziert wurden,behauptet der SOKO Tierschutz.

"Schlimm genug, dass männliche Küken immer noch getötet werden...der eigentliche Skandal ist jedoch, dass auch weibliche, völlig gesunde Küken getötet werden...Den Verdacht hatten wir schon lange, aber beweisen konnten wir es bis jetzt nicht", heißt es von Friedrich Mülln, SOKO Tierschutz.

Schnabelkürzen, vergasen, lebendig schreddern

"Schon der Beginn des Lebens der Tiere bedeutet industrielle Produktion, massenhafter, sinnloser Tod und elende Transporte quer durch Europa", SOKO Tierschutz.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Zuerst werden die ein paar Sekunden alten Küken nach Geschlecht sortiert. Die männlichen wandern in eine Kiste, um anschließend vergast zu werden. Die weiblichen Tiere in eine andere, um ihnen die Schnäbel zu kürzen. Dazu hängen Mitarbeiter sie mit dem Kopf in eine Art Laser-Karussell. Die Verstümmelung ist zwar offiziell verboten, aber durch Ausnahmeregelungen immer noch Usus und nicht strafbar "Die Schnäbel wurden für einen Kunden aus Großbritannien verstümmelt", so Friedrich Mülln.

Das Video zeigt zudem, dass lebendige Küken, die nicht rechtzeitig zur Aussortierung schlüpften, wie der Soko Tierschutz behauptet, zusammen mit den Eierschalen-Resten geschreddert werden. Die Küken sind in dem Video zu hören.



Bruteier kommen aus Österreich

"Circa zweimal die Woche ist Schlüpftag", berichte Friedrich Mülln vom SOKO Tierschutz. Dabei sterben Tausende von männlichen und wie nun bewiesen ist, auch weiblichen Küken. Die Bruteier selbst stammen aus Österreich, so Friedrich Mülln. Weibliche Tiere, vor allem Legehennen, werden auch nach Österreich transportiert. Andere noch weiter, laut SOKO Tierschutz, bis nach Großbritannien.

Bio: Ende des Kükentötens, Anfang der Zweitnutzung?

Wohl nicht, wie diese Aufnahmen beweisen. "Viele Menschen denken, dass Bio und Freiland eine andere, bessere Hühnerhaltung versprechen, die Aufdeckung in der Brüterei Hölzl beweist das Gegenteil. Denn schon der Beginn des Lebens der Tiere bedeutet industrielle Produktion, massenhafter, sinnloser Tod und elende Transporte quer durch Europa", SOKO Tierschutz.

Alleine in Deutschland werden laut dem Tierschutzverein jährlich 50 Millionen Küken noch am selben Tag vergast, an dem sie geboren wurden. Mitglieder der Liste Pilz stellten nun eine parlamentarische Anfrage an die Bundesministerin für Nachhaltigkeit und Tourismus, in dem es um die Tötung männlicher Küken geht. (Siehe Bildergalerie)

SOKO Tierschutz

Die gezeigten Aufnahmen stammen von November und Dezember 2017. Dem SOKO Tierschutz gelang es ein Mitglied in den Zuchtbetrieb einzuschleusen. Die vorherrschenden Praktiken schockieren. Unter all dem Gezeigten, ist jedoch nur das Töten der weiblichen Küken strafbar. Es wurde Strafanzeige erstattet.

Erst kürzlich deckte der Tierschutzverein grausame Zustände in einem Bio-Schlachthof auf, der unter anderem Mc?Donalds belieferte. "Heute" berichtete. (mp)

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