Unfall-Drama mit fünf Toten: So litten die Retter

Nach der unfassbaren Tragödie mit fünf Toten und drei teils Schwerstverletzten auf der A21 finden die Florianis aus Alland rührende Worte zum Unfallgeschehen.

Am Sonntag früh morgens wurden die Feuerwehrmitglieder aus Alland, Heiligenkreuz und Klausen-Leopoldsdorf zu einem Einsatz auf die A21 gerufen. Besonders in Wehren, deren Einsatzgebiet Autobahnen umfasst, sind die freiwilligen Helfer aufgrund von hohen Fahrgeschwindigkeiten auf Verletzte, Blut und Trümmerfelder eingestellt.

Doch auch den hartgesottensten Silberhelm, ließ die Tragödie von Sonntagmorgen auf der A21 bei Heiligenkreuz (Bezirk Baden) nicht kalt.

"Dies ist kein konventioneller Einsatzbericht"

Ein rumänischer Klein-Bus – ein Neunsitzer – lag völlig zertrümmert zwischen zwei Brückenpfeilern, fünf Menschen starben, zwei kämpfen nach wie vor ums Überleben, ein Mädchen erlitt Knochenbrüche. Erste Ermittlungen des Landeskriminalamtes NÖ ergaben, dass ein aus dem Fahrzeug geschleuderter Mann, vermutlich der Lenker, unglaubliche sieben Mal von nachkommenden Autos erfasst worden war.

Die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Alland veröffentlichte jetzt ein bewegendes Statement zu dem Drama, das zeigt, dass dieser Unfall alles andere als Einsatzroutine war. "Dies ist kein konventioneller Einsatzbericht", schreiben die Feuerwehrmitglieder auf ihrer Website. "Dass der 10. September 2017 ein so schwarzer Tag werden würde, hätte man nicht annähernd erahnen können. Die unfassbare Tragödie, ausgelöst durch pure mechanische Gewalt, lässt sich schwer in Worte fassen. Entstellte Körper, ein unidentifizierbares Wrack, ein Schauplatz, den man unmöglich beschreiben kann, tat sich den ersteintreffenden Kräften der Feuerwehr Alland auf", heißt es dort.

Und weiter: "Wo fängt man an zu helfen? (...) Menschen, die schmerzerfüllt um Hilfe schreien, eingeschlossen in etwas, das Minuten zuvor ein intakter 9-Sitzer auf dem Weg in die Heimat war."

Die Helfer sind sich einig: "Der Verkehrsunfall am 10. September 2017 wird in die Geschichte der Feuerwehr Alland als der Schlimmste seit über 20 Jahren eingehen."

Krisenintervention und Feuerwehr Peers

Auf Fälle wie diese – wenn auch Einsatzkräfte an ihre Grenzen stoßen – sind die Dachorganisationen, das Landesfeuerwehrkommando sowie das Rote Kreuz, gut vorbereitet: So genannte "Feuerwehr Peers", also Floriani-Mitglieder, die ausgebildete Psychologen sind, wurden an die Unfallstelle alarmiert, ebenso wie das "Support Team" des Roten Kreuzes, die sich nicht nur um Krisenintervention der Zeugen und Opfer kümmerten, sondern auch um die eigenen Leute. Um solche Ereignisse besser zu verkraften, wird das Geschehene nach tragischen, belastenden Einsätzen in Kleingruppen besprochen und aufgearbeitet.

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