Nach zwei brutalen Angriffen auf Schulen in der Türkei greift die Polizei jetzt massiv durch. Wie die Behörden am Donnerstag mitteilten, wurden gegen 83 Personen Haftbefehle erlassen, weil sie die Taten in sozialen Netzwerken bejubelt oder Täter glorifiziert haben.
Die Ermittler gingen noch weiter: 940 Social-Media-Accounts wurden gesperrt, außerdem 93 Telegram-Gruppen geschlossen. Die Behörden sprechen von einer groß angelegten Aktion gegen Hass und Gewaltverherrlichung im Netz.
Auslöser ist eine Serie von Gewaltakten, die das Land erschüttert. Am Mittwoch soll ein 14-Jähriger neun Menschen an einer Schule erschossen und weitere 13 verletzt haben. Laut Ermittlern handelte er aus frauenfeindlichen Motiven.
Besonders brisant: Der Teenager soll sich vor der Tat auf den US-Attentäter Elliot Rodger bezogen haben. Dieser hatte 2014 in Kalifornien sechs Menschen getötet, nachdem er seinen Frust über Frauen öffentlich gemacht hatte.
Bereits am Tag davor kam es zur nächsten Bluttat: Ein junger Mann eröffnete an seiner ehemaligen Schule in der Provinz Sanliurfa das Feuer, verletzte 16 Menschen und nahm sich danach selbst das Leben.
Die Behörden gehen nun gezielt gegen jene vor, die solche Taten im Netz feiern und setzen damit ein klares Zeichen.