FPÖ-nahe "Aula" nennt ESC-Star "Quotenmohr"

César Sampson wurde in der neuen "Aula" überlt rassitisch beschimpft.
César Sampson wurde in der neuen "Aula" überlt rassitisch beschimpft.Bild: Andreas Tischler

Nachdem sich Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache von der als rechtsextrem geltenden Aula distanziert hatte, sorgt nun ein neuer Text für Erregung.

Die FPÖ hatte unter Strache vor kurzem angekündigt, die als rechtsextrem eingestufte Zeitschrift "Aula" nicht mehr zu unterstützen und keine Anzeigen darin mehr schalten. Auch FPÖ-Klubobmann Walter Rosenkranz kündigte diese Entscheidung an, die FPÖ und vor allem Parteichef Strache seien mit den Inhalten des Blattes nicht einverstanden. "Wir lesen manches und sind damit nicht einverstanden. Und vor allem HC Strache ist damit nicht einverstanden", erklärte Rosenkranz am Sonntag. Die "Aula" hatte unter anderem Befreite des Konzentrationslagers Mauthausen als "Landplage" und "Kriminelle" bezeichnet.

In der neuen Ausgabe findet sich nun auf vier Seiten ein Text, verfasst vom Dritten Präsidenten des steirischen Landtags, dem FPÖ-Politiker Gerhard Kurzmann. Er schreibt unter anderem über den "Verfall der deutschen Sprache".

Auf eine anderen Seite zu finden: Ein Artikel mit dem offenbar rassistisch gemeinten Titel "ORF sieht schwarz beim Song Contest" als Hinweis auf die Hautfarbe des österreichischen Kandidaten César Sampson.

"ORF-Quotenmohr"

Im Text selbst wird es dann unverhohlen rassistisch: Der Drittplatzierte beim Song Contest wird als "ORF-Quotenmohr" bezeichnet. Rosenkranz zeigte sich gegenüber "Ö1" um Erklärung bemüht: "Ich veröffentliche nichts in der Aula. Hätte der Herr Kurzmann besser auch nicht veröffentlicht. Ich gebe ihm keine Vorschrift oder sonst irgendwas. Er ist ein sehr gescheiter Mensch und ich nehme an, dass auch der Artikel von ihm sehr gescheit sein wird. Aber wenn sie mich fragen, was dieser "Quotenmohr" ist, dann ist das indiskutabel."

Die "Aula" wurde 1951 gegründet und gilt als rechtsextremes Monatsmagazin. Die Zeitschrift sieht sich als Sprachrohr der "nationalfreiheitlichen" Studentenverbindungen Österreichs.

Angesprochen darauf, dass man die Distanzierung der FPÖ zur "Aula" nicht ernst nehmen könne und sie bei solchen Vorfällen ins Leere laufe, sagt Rosenkranz: "Wir werden sehen, was ins Leere läuft und was nicht." Auch Strache war um eine Stellungnahme bemüht: "Jetzt gibt es einen Rückzug vieler Akademikerverbände aus der Aula heraus. Das ist eine klare Konsequenz, die wir gezogen haben."

Kein Rückzug zu sehen

Allerdings: Von einem Rückzug sieht man im Firmenbuch bisher nichts, dort stehen noch immer die FPÖ-Akademikerverbände als Eigentümer. Jener von Rosenkranz hält etwa 21 Prozent an der Aula. Das soll sich ändern, so Rosenkranz. "FPÖ-Obmann Strache muss jetzt zeigen, dass seine distanzierenden Aussagen gegenüber dem mit Neonazis und Holocaustleugnern sympathisierenden Blatt nicht bloß leere Worthülsen waren", hatte SOS Mitmensch bereits vor einigen Tagen vermeldet. Ein Parteiausschluss von Kurzmann sei "unumgänglich". (red)

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