Ungarn-Minister "wollte keinen Wiener beleidigen"

Einen Tag nach der Aufregung um ein in Wien gedrehtes Video von Ungarns Kanzleramtsminister Janos Lazar rückt dieser zu einer Pressekonferenz aus.

"Ich wollte keinen Wiener beleidigen", sagt Lazar in Budapest vor Journalisten, nachdem er tags zuvor in einem Video erklärte, Wien sei infolge der Zuwanderung schmutzig und unsicher geworden. Lazar habe nur "darauf hinweisen" wollen, "welche Folgen Einwanderung haben kann". Entschuldigung gab es keine, stattdessen beharrte Lazar darauf: bei der Parlamentswahl am 8. April könne man verhindern, dass Ungarn ein Einwanderungsland wird.

Dem Statement zuvor ging ein Anruf von Kanzleramtsminister Gernot Blümel (ÖVP), der klargemacht habe, dass "derartige Äußerungen nicht akzeptabel sind". Lazar hatte sich damit gerechtfertigt, dass er sich in Wien nicht wegen eines Wahlkampfauftritts aufgehalten habe, sondern privat, als ihm die Idee zu dem Video gekommen sei. Die Inhalte stünden zudem nicht für die offizielle Position Ungarns.

In dem Video zeigte sich Lazar über die Veränderungen in der Bundeshauptstadt mehr als schockiert. "Wien ist wegen der Flüchtlinge ein schlechterer Ort geworden", erklärt Ungarns Kanzleramtsminister. "Hier sind die Straßen sichtlich schmutziger, die Umgebung ist viel ärmer, und die Kriminalität ist viel höher", sagt Lazar bei einem Dreh in Wien-Favoriten. FPÖ und SPÖ reagierten empört, für die Freiheitlichen sei die Kritik "unangemessen", die Roten forderten eine Entschuldigung. (red)

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