Welt

Ungarn wollen Obdachlose wegsperren

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:41

600 Euro oder Gefängnis kann man ab sofort für Obdachlosigkeit in Ungarn bekommen. Die Konservativen im budapester Parlament schlugen diese Verordnung vor, um gegen die vielen Sandler in der ungarischen Hauptstadt vorzugehen. Kritik kommt von Charity-Organisationen.

Es wird geschätzt, dass 10.000 Obdachlose auf den Straßen der ungarischen Hauptstadt leben. Vergangene Woche wurde im Parlament mit großer Mehrheit ein Gesetzeszusatz verabschiedet, demzufolge Menschen, die beim Schlafen auf der Straße erwischt werden, beim ersten Mal abgemahnt werden, wie die BBC berichtet. Wenn sie ein zweites Mal aufgegriffen werden, müssen die Sandler entweder eine Strafe zahlen (umgerechnet ungefähr 600 Euro) oder wandern direkt ins Gefängnis.

Heftige Kritik hagelt es vom Menschenrechts-Ombudsmann und Charity-Organisationen. Sie wenden ein, dass das Gesetz nicht exekutierbar ist. Außerdem gäbe es einfach zu wenige Obdachlosenheime in der Stadt. Schätzungen zufolge fehlen zirka 1000 bis 3000 Plätze.

Kritisiert wird auch, dass das Gesetz nicht auf Basis professioneller Kriterien erlassen wurde, sondern nur, weil sich die Öffentlichkeit über die Sandler aufregt.

"Armut gehört geheilt, nicht verboten", meldete sich Miklos Vecsei von den ungarischen Maltesern zu Wort.

Einige Demonstrationen gegen das Gesetz sind schon in Planung.

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