Nach einem mehr als brisanten Wochenende in der österreichischen Innenpolitik sind die Gemüter weiter erhitzt. Ein Polit-Grande aus Oberösterreich sorgt jetzt mit einem unkonventionellen Aufruf für Furore.
"Ich weiß, das ist sehr ungewöhnlich, aber ich möchte es trotzdem versuchen", beginnt Grünen-Chef Stefan Kaineder via YouTube seinen Appell. Gerichtet ist dieser an Funktionäre der ÖVP auf Gemeinde- und Landesebene.
Für die österreichische Innenpolitik sei das vergangene Wochenende "ein verheerendes" gewesen, führt Kaineder weiter aus. Laut dem Landesrat habe es eine kleine Gruppe innerhalb der ÖVP geschafft, die Partei "zur Steigbügelhalterin für Herbert Kickl zu machen".
Das sei nicht im Sinne der Tausenden Menschen, die für ihre Partei Wahlkampf betrieben hatten. "Oft war das Argument im Sommer nämlich: Herbert Kickl muss verhindert werden." Mit gutem Grund, meint der Grüne Landeschef und warnt vor den möglichen Folgen, sollte Kickl Kanzler werden.
Nun fragt sich Kaineder: "Gibt es in der ÖVP noch laute Stimmen, die sagen: 'Das darf nicht passieren'?" In Folge verweist er auf seinen Großvater, der 23 Jahre lang für die Volkspartei Bürgermeister einer Gemeinde war.
Ihn habe der Landesrat immer als "verbindlichen Menschen erlebt", es sei ihm stets wichtig gewesen, "dass Hetze und hasserfüllte Sprache, das Spalten der Gesellschaft, in der Politik keinen Platz haben darf".
Kaineders abschließender Appell an die Funktionäre: "Ich bitte euch ernsthaft und ehrlich: Seid laut, wenn ihr nicht wollt, dass eure ÖVP Kickl zum Kanzler macht." Noch im Sommer hätten sie für ihre Partei geworben, damit es nicht soweit kommt.
"Sorgt dafür, dass diese Stimmen jetzt noch Gewicht haben", fordert er. Noch sei der FP-Chef nicht Kanzler. "Noch können wir das gemeinsam verhindern."