Lionel Messi sorgt bei der WM nicht nur mit Toren für Aufsehen, sondern auch mit einer verblüffenden Statistik. Tracking-Daten der FIFA zeigen: Der 39-Jährige verbringt 63 Prozent seiner Spielzeit gehend – mehr als jeder andere Feldspieler des Turniers. Weitere 25 Prozent steht der Argentinier sogar praktisch still. Nur 8,6 Prozent der Zeit joggt er, Sprints sind bei ihm die absolute Ausnahme.
Wer deshalb glaubt, Messi schone sich nur wegen seines Alters, liegt allerdings daneben. Dieses Spiel gehört seit Jahren zu seinem Stil. Schon als Nachwuchsspieler bei Newell's Old Boys soll er sich laut eigener Aussage sogar hinter einem Baum versteckt haben, um Laufübungen zu entgehen. Heute setzt er seine Kräfte noch gezielter ein – und das mit beeindruckendem Erfolg.
So bewegt sich Messi bei der WM
Messi geht 63 Prozent der Zeit. Der Schnitt des Turniers liegt bei 46.3 Prozent. Kein anderer Spieler kratzt an der 60er-Marke.
Die exakte Aufteilung der Messi-Bewegungen:
- Gehen | 62,7 Prozent (2,52-7,2 km/h)
- Stehen | 24,7 Prozent (bis 2,52 km/h)
- Joggen | 8,6 Prozent (7,2-14,4 km/h)
- Laufen | 2,8 Prozent (14,4-19,8 km/h)
- Hohes Tempo | 1 Prozent (19,8-25,2 km/h)
- Sprint | 0,1 Prozent (über 25,2 km/h)
Denn trotz seines gemächlichen Tempos gehört Messi statistisch zur absoluten Weltspitze. Er hat bereits acht WM-Tore erzielt und führt damit gemeinsam mit Kylian Mbappe die Schützenliste an. Außerdem spielte er 15 Großchancen heraus und zählt zu den Spielern mit den meisten Ballkontakten im letzten Drittel.
Seine größte Stärke ist das perfekte Timing. Statt ständig in Bewegung zu sein, schleicht Messi oft unauffällig zwischen Mittelfeld und Abwehr umher. Genau dort wartet er auf den Moment, in dem ein Verteidiger kurz die Orientierung verliert. Ex-Weltmeister Raphaël Varane erklärt: "Messi bewegt sich genau in jene Räume, in denen niemand weiß, wer ihn eigentlich verteidigen muss."
Erst wenn sich eine Lücke öffnet, explodiert der Weltmeister. Seine wenigen Sprints führen fast immer direkt Richtung Tor oder Strafraum. Pep Guardiola beschrieb dieses Phänomen schon vor Jahren: Messi wirke, als würde er nur spazieren gehen, habe aber im Kopf jederzeit den kompletten Überblick über alle Räume und Spieler. Dann komme plötzlich der entscheidende Antritt.
Zwar müssen seine Mitspieler dadurch in der Defensive mehr Arbeit verrichten, doch das nimmt Argentinien gerne in Kauf. Messi spart seine Energie konsequent für jene Momente auf, in denen er den größten Unterschied machen kann. Die Zahlen dieser WM zeigen eindrucksvoll: Kaum jemand läuft weniger – und kaum jemand ist gleichzeitig so gefährlich wie der achtfache Weltfußballer.