Ein Großaufgebot an Einsatzkräften sorgte am frühen Freitagmorgen für Aufsehen am Kraftwerk Freudenau in Wien. Feuerwehr, Rettung und Polizei rückten zur Schleuse aus. Offenbar war zuvor ein Schiff mit einer Kaimauer kollidiert.
Der Vorfall ereignete sich nach ersten Informationen gegen 4.30 Uhr im Bereich der Schleuse des Kraftwerks Freudenau. Leserreporter, die auf dem Weg zur Arbeit vorbeikamen, staunten nicht schlecht: Zahlreiche Einsatzfahrzeuge der Berufsfeuerwehr Wien, der Polizei und der Berufsrettung standen rund um die Schleusenanlage.
Nach Angaben eines Augenzeugen dürfte ein Schiff die Kaimauer touchiert haben. Am Bug des Wasserfahrzeugs seien deutliche Beschädigungen zu erkennen gewesen. Wie es zu der Kollision kommen konnte und ob Personen verletzt wurden, war zunächst noch unklar.
Das Kraftwerk Freudenau zählt zu den bedeutendsten Wasserkraftwerken Österreichs und gilt als größtes Stadtkraftwerk Europas. Es verbindet Wien mit der Donauinsel und produziert seit seiner Inbetriebnahme im Jahr 1998 jährlich rund eine Milliarde Kilowattstunden klimafreundlichen Strom aus Wasserkraft.
Als erstes Donaukraftwerk wurde es zudem von Beginn an mit einer Fischwanderhilfe ausgestattet, um die Durchgängigkeit des Flusses für Fische sicherzustellen.
Die Berufsfeuerwehr Wien bestätigte gegenüber "Heute" den Einsatz am Kraftwerk Freudenau. Zu den genauen Hintergründen oder zum Ausmaß des Schadens konnten am Freitagmorgen allerdings noch keine näheren Angaben gemacht werden. Die Ermittlungen zum Unfallhergang laufen.
Auf dem Schiff war unter Passagieren ein Sanitäter aus Deutschland, der bereits vor dem Eintreffen der Berufsrettung Wien die betroffenen Personen begutachtet hat. Somit konnte er die Situation schon vorab einschätzen, ob es Schwerverletzte gibt und Erste Hilfe leisten.
Laut Rettungssprecher Daniel Melcher wurden insgesamt 14 Personen verletzt, sechs davon mussten mit Prellungen in ein Spital gebracht werden. Die Berufsrettung Wien war mit mehreren Einsatzteam vor Ort, darunter auch der Sondereinsatzgruppe.