Auszubildende in Österreich werden es kennen: Mit dem Abschluss der vierten bzw. achten und neunten Schulstufe stehen Schüler oftmals am Scheidweg. Genügen die Schulnoten für den Sprung in eine weiterführende Schule? Welchen Beruf möchte man überhaupt eines Tages ausüben?
Viele Teenager kämpfen Jahr für Jahr mit diesen Fragen. Ein Fall aus Niederösterreich zeigt nun, wie schwierig der Sprung aus dem Schulalltag in die Arbeitswelt für viele Jugendliche ist.
Die 18-jährige Sophie* (Name von der Redaktion geändert) aus St. Pölten sucht mittlerweile seit Monaten vergeblich einen Arbeitsplatz – Hunderte Bewerbungen inklusive. Die junge Niederösterreicherin ging nach der Volks- und Mittelschule in eine Fachschule für wirtschaftliche Berufe, nach dem neunten Schuljar versuchte sie, eine Lehrstelle zu finden.
Laut eigenen Angaben schrieb die 18-Jährige in knapp zwei Jahren über 300 Bewerbungen, besuchte ebenso Workshops und diverse Kurse im Bereich Kosmetik und Verwaltung.
Daraus resultierten jedoch in weiterer Folge keine Festanstellungen. Mehr als kurzfristige Engagements schauten nicht heraus. Für Weiterbildungen und Probemonate pendelte Sophie auch nach Wien: "Solange der Arbeitsplatz öffentlich erreichbar ist, ist mir kein Weg zu weit."
Trotz unzähliger Bewerbungen schaut nichts heraus. Regelmäßig kommen neue Nachrichten in Sophies Mailordner dazu. "Leider müssen wir dir nach sorgfältiger Prüfung deiner Bewerbung mitteilen, dass wir dir heute für diese Position absagen müssen", ist nur eine der unzähligen Jobabsagen, die sie kassiert hat. Die meisten davon seien mittlerweile ohnehin automatisiert.
Für die Niederösterreicherin ist dieser Umstand äußerst frustrierend: "Es ist extrem traurig, dass in Jobportalen und Homepages umfangreiche Bewerbungsunterlagen ersucht werden – für eine automatisierte Antwort, wenn überhaupt."
Sophie soll auch auf Betriebe zugegangen sein und den perönlichen Kontakt gesucht haben – überall wurde sie laut eigener Aussage nur kalt auf Online-Portale verwiesen: "Meine Bewerbungsunterlagen wurden auch schon über zehn Mal von Profis überarbeitet – an der Qualität liegt es nicht."
Derzeit ist Sophie noch beim AMS auf aktiver Arbeitssuche und arbeitet auch in einem Jugendbildungszentrum an einer Perspektive für ihre Zukunft. Eine Lehrstelle ist das Ziel. Kurzfristig will sie in der Arbeitswelt aber Fuß fassen. Sie ist sich für nichts zu gut: "Ich habe mich auch schon als Putzkraft beworben, ich will endlich arbeiten."