Österreichs Lehrlinge sollen besser auf neue Technologien, die Energiewende und die Anforderungen moderner Betriebe vorbereitet werden. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) ließ deshalb insgesamt 14 Lehrberufe überarbeiten.
Sechs Ausbildungen werden grundlegend modernisiert, acht weitere aktualisiert oder dauerhaft in die Regelausbildung übernommen. Die neuen Vorgaben sind großteils mit 1. Juli 2026 in Kraft getreten.
"Die Lehre ist ein Erfolgsmodell und das Rückgrat unserer Fachkräfteausbildung", betont Hattmannsdorfer. Wer junge Menschen auf die Berufe der Zukunft vorbereiten wolle, müsse auch die Ausbildung konsequent weiterentwickeln. "So sichern wir auch unseren Betrieben die Fachkräfte von morgen", erklärt der Minister.
Besonders stark verändert wird die Fahrzeugtechnik. Die bisherigen Lehrberufe Kraftfahrzeugtechnik und Karosseriebautechnik werden zusammengeführt. Elektromobilität und moderne Fahrerassistenzsysteme erhalten dabei deutlich mehr Gewicht.
Auch die Installations- und Energietechnik wird neu aufgestellt. Künftig gibt es eigene Schwerpunkte für Wasser und Wärme, Lüftung sowie Klima- und Automatisierungstechnik. Damit soll der Lehrberuf stärker auf die Energiewende ausgerichtet werden.
Bei der Glasbautechnik kommen neue Inhalte zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz hinzu. Mehrere kleinere Ausbildungen werden außerdem im Lehrberuf Glasformung und Glasveredelung gebündelt. Auch die Präparation für Museen und wissenschaftliche Einrichtungen wird modernisiert.
Acht weitere Lehrberufe werden aktualisiert. Das sind Backtechnologie, Bahnreise- und Mobilitätsservice, Eventkaufmann, Assistent der Sicherheitsverwaltung, Friseur, Industriekaufmann, Konditorei und Tiefbauspezialist mit Schwerpunkt Tunnelbau.
Wie eine moderne Ausbildung in der Praxis aussehen soll, zeigte Hattmannsdorfer bei einem Besuch im Tiergarten Schönbrunn. Dort werden derzeit 14 Lehrlinge zu Tierpflegern ausgebildet.
Die neue Ausbildungsordnung teilt den Beruf künftig in drei große Bereiche: Grundlagen der Tierpflege, Umgang mit Tieren und spezielle Tätigkeiten. Dazu gehören unter anderem die Betreuung von Tierunterkünften, Zucht und Aufzucht, Information der Zoobesucher.
Auch Artenschutz, Forschung und moderne Wissensvermittlung sollen eine größere Rolle spielen. Lehrlinge müssen künftig also nicht nur wissen, wie Tiere richtig versorgt werden. Sie sollen Besuchern auch erklären können, warum bedrohte Arten geschützt werden müssen und welche Aufgaben moderne Tiergärten übernehmen.
"Der Lehrberuf Tierpflege zeigt beispielhaft, wie modern und vielfältig die Lehre heute ist", so Hattmannsdorfer bei seinem Zoobesuch. Die neue Ausbildungsordnung schaffe eine moderne Grundlage, um junge Menschen bestmöglich auf ihre zukünftige Arbeit vorzubereiten, erklärt Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
Etwas länger auf die Modernisierung des Ausbildungsplans warten Lehrlinge in der Fahrzeugtechnik, Glasbautechnik sowie Installations- und Energietechnik. Dort gelten die neuen Regeln erst ab 1. Jänner 2027. Schulen und Betriebe sollen so ausreichend Zeit für die Umstellung erhalten.