Niederösterreichs Friseure schlagen Alarm: Der Berufsnachwuchs wird immer weniger. Landesinnungsmeister Daniel Daurer warnt vor Folgen, die bald auch Kunden spüren könnten.
"Es geht schlicht und einfach um die Zukunft unserer Branche, um Qualität und fachliches Können, wie wir es heute gewohnt sind", sagt Daurer. Gehe der Rückgang bei den Lehrlingen so weiter, könne die gut ausgebildete Haarpflege "schon in ein paar Jahren nicht mehr garantiert werden".
Die Zahlen zeigen, wie ernst die Lage ist: 2015 gab es in Niederösterreich noch 553 Friseur-Lehrlinge. Im Jahr 2020 waren es nur noch 442, aktuell sind es nur mehr 354. Das ist ein Minus von mehr als einem Drittel.
Ein Grund dafür: Immer mehr Friseure arbeiten als Ein-Personen-Unternehmen (EPU). Aktuell gibt es in Niederösterreich 1.100 aktive EPU, aber nur 834 Arbeitgeberbetriebe. Mehr als die Hälfte der Betriebe kommt damit für die Lehrlingsausbildung also gar nicht infrage.
Daurer sieht dadurch jene Betriebe im Nachteil, die Personal beschäftigen und Lehrlinge ausbilden. Dazu komme der hohe Kostendruck. "Die Personalkosten machen für unsere Arbeitgeberbetriebe 65 bis 85 Prozent aus, trotzdem trifft uns die volle Umsatzsteuer von 20 Prozent", so der Innungsmeister.
Seine Forderung: Die Umsatzsteuer für Friseure soll von 20 auf zehn Prozent halbiert werden. Das sei laut Daurer EU-rechtlich möglich und werde in anderen EU-Ländern bereits praktiziert. Das gesparte Geld könnte direkt in die Lehrlingsausbildung fließen.
Auch die Lehrstellenförderung des Bundes müsse abgesichert und ausreichend ausgestattet werden. Denn ohne neue Fachkräfte werde es für die Branche eng.