Einsatz in Strahlen-Terrain

Nach Tschernobyl: So schützt Bundesheer vor Strahlung

Vier Jahrzehnte nach Tschernobyl und 15 Jahre nach Fukushima setzt das Bundesheer in Korneuburg auf Roboter für gefährliche Einsätze.
Victoria Carina  Frühwirth
13.06.2026, 11:45
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Tschernobyl im Jahr 1986, Fukushima im Jahr 2011 – es waren zwei Atom-Katastrophen, welche die Welt erschütterten. Für das Bundesheer sind sie auch ein Mahnmal dafür, wie wichtig moderne Technik im Katastrophenschutz ist.

Kleidung schützte nicht vor Gefahr

"Diese beiden Katastrophen waren die Initialzündungen für die Entwicklung moderner Robotik, die heute unsere Soldaten schützt", betonen Niederösterreichs Militärkommandant Brigadier Georg Härtinger und Brigadier Jürgen Schlechter, Leiter des Amts für Rüstung und Wehrtechnik.

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Nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl wurde damals rasch klar: Die Strahlenbelastung wurde selbst für Menschen in schwerster Schutzkleidung lebensgefährlich. Erstmals wurden ferngesteuerte Fahrzeuge und Roboter eingesetzt, um Messungen durchzuführen, Trümmer zu beseitigen und Sicherungsarbeiten zu unterstützen.

Technik fiel Strahlung zum Opfer

Doch die Technik war damals noch nicht so weit. Die Elektronik fiel aus, Kameras versagten, Motoren blieben stehen. Trotz Robotereinsatz mussten immer wieder Menschen in die Gefahrenzone. Rund 30 Einsatzkräfte starben in den ersten Wochen an akuter Strahlenkrankheit, Tausende erkrankten in den Jahren danach, viele starben an Krebs.

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"Der Unfall war ein dramatischer Wendepunkt – und zugleich der Beginn ernsthafter Forschung an strahlungsresistenten, autonomen Systemen", erklärt Härtinger.

Roboterforschung explodierte durch Fukushima

Auch Fukushima brachte 2011 einen massiven Technologieschub. Viele Roboter waren für zerstörte Reaktoren nicht geeignet, neue Systeme mussten innerhalb kürzester Zeit entwickelt oder angepasst werden. "Fukushima hat die weltweite Robotikforschung massiv beschleunigt – von autonomen Erkundungsfahrzeugen bis zu hochspezialisierten Manipulatoren", so Schlechter.

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In Österreich spielt dabei Korneuburg eine zentrale Rolle. In der 1. ABC- und Umweltmessstelle im ABC-Abwehrzentrum wird seit zehn Jahren der Forschungsroboter "Taurob" betrieben. Das österreichische High-Tech-System wird laufend weiterentwickelt und an militärische Anforderungen angepasst.

Technik soll Leben schützen

"Taurob" kann Strahlung, Gase und Schadstoffe messen und aufzeichnen, schwere Lasten bewegen und Objekte in kontaminierter Umgebung präzise manipulieren. Je nach Lage fährt der Roboter autonom oder ferngesteuert in Bereiche, die für Menschen zu gefährlich wären.

Roboter trotzt Umweltgefahren
ÖBH

"Unser Ziel ist klar: Roboter sollen dorthin gehen, wo Menschen nicht hingehen können", unterstreicht Härtinger.

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