Jetzt wird der Streit um das Anruf-Sammeltaxi im Bezirk Korneuburg endgültig politisch: Nachdem bekannt wurde, dass 13 Gemeinden das Angebot "Korneuburg mobil" in der bisherigen Form nicht weiter finanzieren wollen, steigt die SPÖ auf die Barrikaden.
SPÖ-Bezirksvorsitzender und Bundesrat Martin Peterl fordert, dass das Anruf-Sammeltaxi ohne Pause weiterfährt – zumindest so lange, bis das angekündigte Nachfolgeprojekt "Weinviertel West" startet.
"Wer den öffentlichen Verkehr stärken will, darf die Menschen nicht einfach im Regen stehen lassen", sagt Peterl.
Das Angebot habe sich in den vergangenen Monaten als wichtige Ergänzung zu Bus und Bahn bewährt. Gerade in kleineren Gemeinden sei es für viele ein wichtiger Anschluss zur nächsten Haltestelle oder zum Bahnhof.
Es herrscht Zeitdruck: Das bestehende System soll mit Ende Juni auslaufen. Gleichzeitig verzögert sich der Start von "Weinviertel West" wegen Problemen im Vergabeverfahren. Für die SPÖ ist klar, wer jetzt handeln muss: FPÖ-Verkehrslandesrat Udo Landbauer.
Auch der geschäftsführende Gemeinderat Martin Kernreiter aus Bisamberg (Korneuburg) wird deutlich. "Die Menschen in unserem Bezirk können nichts dafür, wenn FPÖ-Verkehrslandesrat Landbauer in dilettantischer Art und Weise Ausschreibungen versemmelt", poltert er. Die Bürger würden sich zu Recht erwarten, dass ihre tägliche Mobilität verlässlich funktioniere.
Für Peterl geht es dabei nicht um ein Luxusangebot, sondern um Alltag. Das Sammeltaxi bringe Pendler zu Bus und Bahn, helfe Senioren bei selbstständigen Wegen und biete eine Alternative zum eigenen Auto. "Wenn jemand aus einer kleineren Ortschaft zum Bahnhof gelangen muss, darf dieses Angebot nicht plötzlich für mehrere Monate verschwinden", so Peterl.
Die SPÖ verlangt deshalb nun eine rasche Übergangslösung. "Mobilität ist Teil der Daseinsvorsorge und kein Experimentierfeld für schlecht vorbereitete Ausschreibungen", sagt Peterl.