Als sich am Samstagnachmittag das tragische Zugunglück in Allentsteig ereignete, waren Bundesheer-Offizier Christoph Dumfart und seine Kollegin Kerstin Gottl nicht weit entfernt. Die beiden wurden zu wichtigen Ersthelfern bei jenem Unfall, bei dem ein Elternpaar ums Leben kam und ihre zweijährige Tochter überlebte.
Schon kurz nach dem Zusammenstoß bemerkten sie, dass etwas passiert sein musste. Die Geräusche der Lokomotive ließen Schlimmes erahnen. "Uns war sofort klar, dass da etwas Schreckliches passiert sein muss", schildert Dumfart gegenüber der "Kronen Zeitung".
Die beiden setzten sich sofort ins Auto und fuhren zur Unfallstelle. Dank ihrer Rettungsausbildungen und ihrer Tätigkeit als psychosoziale Erstbetreuer konnten sie unmittelbar helfen.
Am Unglücksort bot sich ihnen ein erschütterndes Bild. Pkw und Zug waren schwer beschädigt und ineinander verkeilt. Der Lokführer kam ihnen entgegen und stand laut ihren Schilderungen unter Schock. Kurz darauf hörten die Ersthelfer Schreie aus dem Unfallwagen. Auf der Rückbank saß die zweijährige Tochter des Paares in ihrem Kindersitz.
Gemeinsam mit dem Lokführer gelang es Dumfart und Gottl, die rechte Hintertür des Fahrzeugs zu öffnen. Danach brachte Gottl das Mädchen sofort in Sicherheit.
"Man spürte, wie es Nähe und Geborgenheit suchte. Es klammerte sich sofort an Kerstin, die mit ihr sofort aus der Gefahrenzone ging", erzählt Dumfart im Gespräch mit der Tageszeitung.
Trotz der massiven Schäden am Fahrzeug erlitt das Kind offenbar nur vergleichsweise leichte Verletzungen. Nach Einschätzung des Offiziers hatte die Zweijährige großes Glück: "Die Kleine hatte da gleich mehrere Schutzengel. Und einer davon hat sich schützend vor sie geworfen, sodass die Rückbank nach rechts hinten weggedrückt wurde."
Für die Eltern kam jede Hilfe zu spät. Während die Rettungskräfte arbeiteten, blieb Dumfart als Unterstützung beim Lokführer und half zudem dabei, die Einsatzkräfte im schwierigen Gelände zum Unfallort zu lotsen.
Auch die beiden Ersthelfer selbst verarbeiten die dramatischen Ereignisse noch immer. "Wir haben an dem Tag noch lange darüber gesprochen und reden immer wieder darüber. Unsere Arbeitgeber und die Rettungskräfte haben uns auch tolle Hilfsangebote gemacht. Bisher haben wir die aber dankend abgelehnt", sagt Dumfart zur "Krone".