Nur Tochter (2) überlebte

"Vor 2 Stunden noch bei uns" – Drama um tote Eltern

Ein tödlicher Unfall sorgt in Allentsteig für Bestürzung. Bürgermeister Marksteiner kannte die junge Familie, die vor knapp 2 Jahren hergezogen war.
Erich Wessely
07.06.2026, 22:30
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Das tödliche Zugunglück am Samstagnachmittag im Gemeindegebiet von Allentsteig sorgt für große Bestürzung: Eine Frau (34) und ihr Mann (39) kamen bei einer Pkw-Kollision mit einem Güterzug ums Leben. Ihre kleine, rund zweieinhalb Jahre alte Tochter, die im Kindersitz des Kombis rechts hinten gesessen war, wurde wie ein Wunder nur leicht verletzt, kam mit Schrammen davon.

Wo das Kind nun unterkommt, war vorerst noch unklar: "Von den nächsten Angehörigen gibt es, glaube ich, eine Großmutter im oberösterreichischen Braunau", so Allentsteigs Bürgermeister Georg Marksteiner, im Brotberuf Landwirt, am Sonntagnachmittag im "Heute"-Gespräch.

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"Sehr freundliche und liebevolle Familie"

Die Bestürzung in der Gemeinde ist groß: "Die Familie hat in einem Haus zur Miete gewohnt, ist vor etwa eineinhalb Jahren zu uns in die Gemeinde gezogen. Jeder, der sie kannte, nahm sie als sehr freundliche und liebevolle Familie wahr."

Die Familie war, wie auch die "Krone" berichtet, öfters zu seinem Biohofladen gekommen – auch am Unfalltag: "Zwei Stunden vor dem Unfall waren sie noch bei uns. Vor allem meine Mutter kannte die Familie sehr gut. Der Kleinen gefiel es, die Kühe anzuschauen und zu beobachten."

"Waren froh, dass es bergauf ging"

Dabei war auch ein Flammen-Unfall heuer im März Thema: Der Vater hatte sich beim Anheizen des Ofens Hände und Gesicht verbrannt: "Sie waren froh, dass es bergauf ging und er sich gut erholt", so der Bürgermeister zu "Heute".

Während die Mutter beim kleinen Kind zu Hause war, soll der Vater als Informatiker – oft auch im Homeoffice – gearbeitet haben.

"Auch für Einsatzkräfte sehr belastend"

Auch für die Einsatzkräfte sei der tödliche Verkehrsunfall "sehr belastend" gewesen, so Bürgermeister Marksteiner. "Das muss auch erstmal aufgearbeitet werden."

Tödlicher Unfall 2015

2015 war es am selben Bahnübergang zu einer Tragödie gekommen: Ein mit einer Holzernte-Maschine beladener Aufleger eines Sattelzuges war damals hängen geblieben. Beim Crash mit einem Zug kam der Zugführer ums Leben.

"Nach diesem Unfall sind Maßnahmen getroffen worden, umfangreiche Entschärfungsmaßnahmen, damit schwere Fahrzeuge nicht mehr aufsitzen", so der Bürgermeister. Er werde selbstverständlich auch jetzt wieder Kontakt mit den Behörden aufnehmen, ob nun weitere Maßnahmen getroffen werden müssen: "Das wird natürlich alles jetzt überprüft."

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Der Unfallhergang

Zum Unglück am Samstag: Laut Polizei war die 34-jährige Mutter gegen 15.55 Uhr mit einem Pkw auf der Landesstraße 75 im Gemeindegebiet von Allentsteig unterwegs gewesen. Auf dem Beifahrersitz befand sich der 39-jährige Ehegatte. Im Fond befand sich in einem Kindersitz das gemeinsame 2-jährige Kind. "Bei der Eisenbahnkreuzung L 75 / Franz-Josef-Bahn dürfte die Pkw-Lenkerin das Rotlicht des Bahnüberganges übersehen haben und übersetzte die Eisenbahnkreuzung", teilte die Polizei mit.

Zur gleichen Zeit führte ein 45-Jähriger aus dem Bezirk Oberwart eine Güterzugarnitur von Göpfritz/Wild kommend in Richtung Gmünd. Obwohl der 45-jährige Triebwagenführer eine Notbremsung einleitete und ein akustisches Signal abgab, erfasste er das Fahrzeug.

2-Jährige leicht verletzt

"Die 24-jährige Lenkerin und der 39-jährige Beifahrer erlitten durch den Zusammenstoß tödliche Verletzungen. Die 2-jährige Tochter wurde leicht verletzt und zwecks weiterer medizinischer Abklärung mit dem Rettungshubschrauber Christopherus 2 in das Landesklinikum Krems geflogen. Der Triebwagenführer blieb unverletzt, erlitt jedoch einen Schock und wurde vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut", heißt es seitens der Landespolizeidirektion.

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