"In fast jeder Straße"

"Tut weh": Leerstand breitet sich in Mödlinger City aus

Der Wirtschaftsbund schlägt Alarm: In den letzten Monaten habe sich die Dynamik bei den Geschäftsaufgaben und Leerständen beschleunigt.
Erich Wessely
08.06.2026, 05:15
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Der Trend betreffe mittlerweile auch Top-Lagen: Benetton war vom Freiheitsplatz nicht wegzudenken, nun sind die Pforten geschlossen.

Für das Modehaus "Herrenmode Schiller" wurde nach der Pension kein Nachfolger gefunden. Die Klosterbar steht seit einiger Zeit leer, dazu kommen Leerstands-Probleme u.a. um die Boutique Choice oder das "Stehachterl". Genannt werden auch "World of Art" (die Räumung der Geschäftsflächen ist mit Ende Mai erminisiert), auch die Brühlerstraße bleibe nicht verschont. Mit "Kunst & Handwerk" verlor Mödling nicht nur ein nettes Geschäft, sondern auch den Altstadt-Postshop, der nun verschwand.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Kein Pächter gefunden

Der Second-Hand-Laden vom Roten Kreuz verließ die Hauptstraße mit Ende Mai, auch der Gastro-Betrieb und die ehemalige "Bezirksblatt"-Niederlassung, links und rechts vom City-Hotel-Eingang stehen seit Monaten leer, finden keine Pächter.

Weitere Leerstände, die alarmieren: Keine Nachnutzung zeige sich zudem bei markanten, ehemaligen Flächen wie jenen von dem TV-Shop am Deutsch-Platz, der Boutique Krammer sowie dem bekannten Standort "Waldi", oder das Eck-Geschäft neben der Hypo.

"Fehlende wirtschaftliche Perspektive"

Mödling galt in den vergangenen Jahren als "Musterbeispiel für eine vitale Innenstadt mit extrem niedrigen Leerstandsquoten", nach einem Jahr rot-grüner Stadtregierung drohe die Balance zu kippen, so die Kritik. Als Problemfelder werden "die fehlende wirtschaftliche Perspektive", die geplante Ausweitung der "Grünen Zone" und der Ausbau der kostenpflichtigen "Blauen Zone" genannt.

"Spürbarer Druck auf den lokalen Handel

"Der spürbare Druck auf den lokalen Handel ist mittlerweile in fast jeder Straße unserer Innenstadt sichtbar", kritisiert Wirtschaftsbund-Stadtobmann Matthias Pfeiler. "Es tut weh, mitansehen zu müssen, wie der Leerstand sich langsam wie ein Krebsgeschwür in der Mödling-Meile ausbreitet", so VP-Stadtparteiobmann Gert Zaunbauer.

Matthias Pfeiler, WB-Obmann Mödling-Stadt, und sein Vorstandskollege, Rechtsanwalt Johannes Stephan Schriefl, vor dem leeren Geschäft des ehem. Benetton in Mödling
WB Mödling-Stadt

"Die ständigen Angriffe der Zaunbauer-ÖVP sind Teil einer Negativkampagne gegen die Stadt", so Mödlings SPÖ-Klubsprecher Stephan Schimanowa zu den Vorwürfen.

SPÖ: "Sensible Anpassung der blauen Zonen"

Und weiter: "Hier geht es nicht um die Sache an sich, sondern um das Schlechtreden Mödlings, damit sich der aktuelle ÖVP-Obmann als Retter positionieren kann. Zaunbauer nimmt mit dieser Strategie in Kauf, sukzessiv den Ruf der Stadt zu zerstören und in schwierigen Zeiten der Wirtschaft insgesamt zu schaden. Aktuell sind von der Stadtregierung mehrere Aktionen und Kampagnen geplant, um gemeinsam Mödling noch besser positionieren zu können."

Zudem werde "unermüdlich an der Schaffung von innerstädtischem Parkraum" gearbeitet, "daher auch die sensible Anpassung der blauen Zonen. Bezüglich eines möglichen Parkdecks sind wir mitten in der Markterkundung. Ich bin persönlich im Austausch mit den Geschäftstreibenden, die ein konstruktives Miteinander für die Stadt einfordern. Unsere Wirtschaft braucht Zusammenarbeit und keine Negativkampagnen".

"Als Wirtschaftsbund nehmen wir die Sorgen der Mödlinger Unternehmerinnen und Unternehmer sehr ernst. Unsere Aufgabe als Opposition ist es nicht, die Dinge schönzureden, sondern sachlich auf diese Fehlentwicklungen hinzuweisen. Wenn die Stadtregierung uns vorwirft, wir würden alles nur schlechtmachen, verkennt sie die Realität auf den Einkaufsstraßen. Es ist unsere Pflicht, die Bürgerinnen und Bürger sowie die Betriebe ehrlich über die aktuellen Missstände zu informieren", so Pfeiler.

"Sofortiges Ende einer Politik der Verunsicherung"

Was Mödling jetzt dringend brauche, ist das "sofortige Ende einer Politik der Verunsicherung. Die anhaltenden Diskussionen rund um die Ausweitung der Blauen und Grünen Zonen belasten die Kaufmannschaft massiv. Wir fordern die Stadtregierung auf, die Unternehmer nicht länger hängenzulassen und stattdessen ein professionelles, aktives Leerstandsmanagement zu etablieren. Anstatt durch ideologische Parkplatz-Streichungen neue Barrieren für den Handel aufzubauen, müssen wir gemeinsam an einer proaktiven Ansiedlungsstrategie arbeiten, die den Standort Mödling nachhaltig stärkt".

Für Zaunbauer ist klar: "Es müssen Gratis-Parkplätz für Kunden und für Angestellte unserer Betriebe geschaffen, nicht abgebaut werden."

{title && {title} } wes, {title && {title} } 08.06.2026, 05:15
Jetzt E-Paper lesen