"Killer-Kater" in Korneuburg

Bisse, Kratzer, Anzeigen – Streit um Kater eskaliert

Ein Nachbarschaftsstreit in Niederösterreich sorgt für Aufsehen. Im Mittelpunkt steht ein extrem aggressiver Kater, der seit Monaten für Angst sorgt.
Newsdesk Heute
12.06.2026, 16:54
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Ein ungewöhnlicher Nachbarschaftsstreit sorgt derzeit im Bezirk Korneuburg für Diskussionen. Im Zentrum des Konflikts steht ein Kater, der laut mehreren Anrainern seit Monaten für Probleme in einer Siedlung nahe dem Badeteich in Bisamberg sorgen soll. Die Vorwürfe reichen von Angriffen auf andere Katzen bis hin zu Attacken auf Menschen. Mittlerweile beschäftigt der Fall nicht nur die Nachbarschaft, sondern auch die Polizei und die Justiz, berichtet die "Krone".

Mehrere Bewohner sagen aus, dass der freilaufende Kater immer wieder auf fremde Grundstücke gelange und dort für Schwierigkeiten sorge. Nach Angaben von Anrainern sollen bereits mehrere Katzen verletzt worden sein. Auch Sachschäden werden dem Tier zugeschrieben. Besonders für Aufregung sorgen jedoch Berichte über Angriffe auf Menschen – bei denen der Kater offenbar gezielt in fremde Häuser eindringt und zubeißt und kratzt.

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Eine 28-jährige Anrainerin schildert der "Krone" besonders einschneidende Erlebnisse. Nach ihren Angaben wurde sie bereits zweimal in ihrem eigenen Haus von dem Kater attackiert. Der erste Vorfall soll sich bereits im vergangenen September ereignet haben. Damals habe sich das Tier plötzlich in ihrer Küche befunden.  Zu einem weiteren Zwischenfall kam es laut ihren Schilderungen erst vor wenigen Tagen.

Blutige Szenen, schlimme Verletzungen

Wieder soll sich der Kater Zutritt zu ihrem Wohnhaus verschafft haben. Diesmal habe das Tier offenbar ihre Katze ins Visier genommen. Als die 28-Jährige versucht habe, die Tiere voneinander zu trennen, sei sie selbst verletzt worden. Die Folgen seien erheblich gewesen. Nach den Vorfällen musste sie medizinisch behandelt werden und Antibiotika einnehmen. Nach eigenen Angaben wurde bei einer Attacke sogar eine Sehne im rechten Daumen verletzt.

Bestimmte Bewegungen könne sie seither nicht mehr ausführen. Die blutigen Bilder der Verletzungen, die veröffentlicht wurden, zeigen deutliche Kratz- und Bisswunden. Die junge Frau fühlt sich mit dem Problem weitgehend allein gelassen. "Sie zeigen sich null gesprächsbereit. Die Vorfälle kommen einfach wieder und wieder vor und nichts passiert", sagt sie über die Besitzer des Tieres. Auch andere Bewohner der Siedlung berichten laut "Krone" von Angst.

Familien mit Kindern und ältere Menschen würden sich zunehmend unwohl fühlen. Einige Anrainer vermeiden nach eigenen Angaben mittlerweile bewusst den Kontakt mit dem Kater. Die Sorge in der Nachbarschaft sei in den vergangenen Monaten stetig gewachsen. Die Besitzer des Katers weisen laut Bericht die Vorwürfe jedoch zurück – beziehungsweise sehen die Situation deutlich differenzierter.

Besitzer sehen die Situation ganz anders

Nachdem die Berichte über den Fall große Aufmerksamkeit erregt hatten, meldete sich der Halter selbst zu Wort. Er widerspricht dem Eindruck, dass er und seine Familie untätig geblieben seien. Man habe sehr wohl das Gespräch mit Betroffenen gesucht und versucht, Lösungen zu finden. Der Besitzer räumt ein, dass sein Kater ein ausgeprägtes Revierverhalten habe. Gleichzeitig betont er, dass man die Situation nicht dramatisieren dürfe.

Aus seiner Sicht sei insbesondere das Eingreifen zwischen kämpfenden Katzen mit bloßen Händen problematisch. Stattdessen hätte man die Tiere etwa mit Wasser voneinander trennen können. Zudem verweist der Mann darauf, dass bereits Vereinbarungen mit anderen Katzenhaltern getroffen worden seien. So habe man sich mit einer Nachbarin darauf geeinigt, die Tiere zu unterschiedlichen Zeiten ins Freie zu lassen, um Konflikte zu vermeiden.

Der Besitzer sieht darin einen Beweis dafür, dass sehr wohl Maßnahmen gesetzt wurden. Den Vorwurf, eine ganze Siedlung habe Angst vor seinem Tier, weist er entschieden zurück. "Dass die ganze Siedlung Angst vor dem Kater hat, stimmt so sicherlich nicht", sagt er. Nach seinen Angaben gehe er gemeinsam mit seiner Frau fast täglich mit dem Tier zum nahegelegenen Badeteich spazieren. Dort verhalte sich der Kater friedlich und unauffällig.

Nun hagelt es Anzeigen bei der Polizei

Die Sichtweisen könnten unterschiedlicher kaum sein. Während die Besitzer von einem Tier mit starkem Territorialverhalten sprechen, sehen Betroffene in den wiederholten Vorfällen ein ernstes Sicherheitsproblem. Die Fronten zwischen beiden Seiten scheinen mittlerweile verhärtet. Der Streit hat inzwischen auch eine rechtliche Dimension erreicht. Die 28-Jährige erstattete nach eigenen Angaben zweimal Anzeige bei der Polizei.

Weil sie zudem Schadenersatzansprüche geltend macht, landete der Fall schließlich vor Gericht. Nach ihren Angaben sollen beim nächsten Termin im Herbst insgesamt sechs Zeugen und sechs weitere Betroffene gehört werden. Ein erster Gerichtstermin brachte noch keine Entscheidung. Damit bleibt die Angelegenheit vorerst ungelöst. Bis zur nächsten Verhandlung dürfte der Kater weiterhin frei unterwegs sein.

Für die betroffenen Nachbarn bedeutet das, dass der Konflikt sie wohl noch länger begleiten wird. Was als Streit um ein Haustier begann, hat sich längst zu einer Auseinandersetzung entwickelt, die eine ganze Nachbarschaft beschäftigt. Während die einen von Angst, Verletzungen und fehlender Einsicht sprechen, sehen die anderen die Vorwürfe als überzogen an. Klar ist derzeit nur: Die endgültige Klärung wird nun wohl vor Gericht erfolgen.

{title && {title} } red, {title && {title} } 12.06.2026, 16:54
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