Der Neubau des Universitätsklinikums Wiener Neustadt (NÖ) ist längst geplant, jetzt scheint die Umsetzung nahe: Am 30. Juni soll die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für den Neubau in Wiener Neustadt (NÖ) eingereicht werden. Sollten keine Einsprüche kommen, rechne man laut Anton Kasser (ÖVP), Landesrat für Finanzen und Landeskliniken, mit einem Baustart im nächsten Jahr, schreibt "ORF NÖ". Nach den Grünen – wir berichteten – kritisiert nun auch die SPÖ den Neubau.
Der Neubau sorgt schon länger für Diskussionen. Schon im Jahr 2019 habe der Landtag das Projekt beschlossen. Der Landtag musste das Projekt im letzten Jahr überarbeiten: Es kam Kritik vom Rechnungshof – wir berichteten –, weil die Baukosten mittlerweile bei fast 1,5 Milliarden Euro liegen.
"Das ist das Maß der Dinge, es wird keine Erhöhung geben dürfen", sagt Kasser laut "ORF NÖ". Und weiter: "Mein Anspruch ist, dass wir unter dieser Summe bleiben. Alle Planungen, die jetzt umgesetzt werden, haben auch diesen Auftrag. Das, was für die Patienten gebraucht wird, wird gebaut, aber kein Schnickschnack." Der Neubau ist Bestandteil des "Gesundheitsplans 2040+".
Rainer Spenger (SPÖ), Landtagsabgeordneter und Vizebürgermeister von Wiener Neustadt, erklärt: "Ich nehme die neuerliche Ankündigung von ÖVP-Landesrat Anton Kasser für einen Baubeginn für das Universitätsklinikum Wiener Neustadt zur Kenntnis."
Und weiter: "Nach mittlerweile fast zwei Jahrzehnten an Versprechen, Verschiebungen und Kostenexplosionen bleibt allerdings eine Frage offen: Warum sollte die Bevölkerung ausgerechnet jetzt glauben, dass dieser Zeitplan hält?"
Schon 2008 sei der Klinikum-Neubau vorgestellt und eine Verwirklichung innerhalb von sieben bis acht Jahren zugesprochen worden, so laut SPÖ-Angaben. "Das neue Krankenhaus hätte also längst fertig sein sollen. Stattdessen diskutieren wir 18 Jahre später noch immer über UVP-Verfahren und Baustarts", kritisiert Spenger.
Im Gegensatz zu den ÖVP-Granden seien in diesem Vorhaben bisher vor allem die Kostensteigerungen gewesen, kritisiert Spenger. "Die Menschen in der Region erwarten sich zurecht eine moderne und funktionierende Gesundheitsversorgung – und keine leeren Versprechungen der schwarz-blauen Landeskoalition", erklärt er.