Nachbarschaftsstreit eskaliert

Kater Leo zerkratzt Fassade – Katzenmama vor Gericht

Weil ein Kater immer wieder eine Holzfassade beschädigt, zieht ein Nachbar vor Gericht – mit teuren Folgen für die Besitzerin.
Österreich Heute
02.05.2026, 11:32
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Ein paar Kratzspuren an einer Holzfassade – was zunächst nach einer Kleinigkeit klingt, hat in Weiler einen jahrelangen Nachbarschaftsstreit ausgelöst. Am Ende landete der Fall vor Gericht – mit einem Urteil, das für die Katzenbesitzerin weitreichende Konsequenzen hat.

Nichts half mehr

Im Zentrum steht Kater Leo aus Weiler. Statt Bäumen oder einem Kratzbaum hat er sich ausgerechnet die Holzfassade des Carports beim Nachbarn ausgesucht, um seine Krallen zu schärfen. Dabei entstanden laut Gericht deutlich sichtbare Spuren, bei denen die oberste, verwitterte Schicht des Holzes beschädigt wurde.

Der Nachbar bemerkte die Schäden im Sommer 2025 und suchte zunächst das Gespräch. Die Besitzerin stellte ihm einen Abwehrspray zur Verfügung – der zeigte offenbar keine Wirkung. Der Kläger schildert, dass auch weitere Maßnahmen – von Abdeckungen bis hin zu Geräten mit Lichtblitzen und Ultraschall – erfolglos blieben.

Streit kam vor Gericht

Schließlich zog er vor Gericht und brachte eine Unterlassungsklage mit einem Streitwert von 10.000 Euro ein. Schadenersatz in dieser Höhe wurde zwar nicht zugelassen, dennoch bekam er recht. Das Bezirksgericht Feldkirch entschied: Die Beeinträchtigung durch das nahezu tägliche Kratzen sei nicht mehr ortsüblich und wesentlich.

Freilaufende Katzen seien zwar üblich, Schäden am Eigentum des Nachbarn jedoch nicht. Damit wurde die Besitzerin verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Kratzspuren künftig ausbleiben. Zudem muss sie rund 5400 Euro an Prozesskosten zahlen.

Schwieriges Dilemma

Für die Katzenhalterin bedeutet das eine schwierige Entscheidung: Entweder sie hält ihre Tiere künftig im Haus oder sie gibt sie ab. Beides kommt für sie nicht infrage. "Die Katzen haben mir bereits durch schwere Zeiten geholfen, die sind Teil der Familie. Ich möchte sie nicht hergeben", sagt sie zu "Vorarlberg online".

Der Nachbar sieht sich hingegen im Recht: "Wir konnten über zehn Jahre in Ruhe als Nachbarn leben und nun das – was soll ich machen? Weiter zuschauen, wie meine Fassade kaputtgeht?"

Kosten bis zu 40.000 Euro

Brisant: Im Raum steht eine mögliche Komplettsanierung der Holzfassade. Einzelne beschädigte Balken auszutauschen würde das Gesamtbild zerstören, da das Holz über Jahre natürlich ergraut ist. Im Ernstfall könnte daher die gesamte Verkleidung erneuert werden müssen.

Die Katzenmama hat gegen das Urteil Berufung eingelegt. Ein Risiko: Im Fall einer erneuten Niederlage könnten die Kosten auf bis zu 40.000 Euro steigen. Der Streit um Kater Leo ist damit noch lange nicht beendet.

{title && {title} } red, {title && {title} } 02.05.2026, 11:32
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