In der Europäischen Union besitzen die Menschen mehr als 72 Millionen Hunde und 83 Millionen Katzen. Beim Handel mit den beliebten Vierbeinern wird jährlich ein Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro erzielt – ein lukratives Geschäft, das auch Kriminelle anzieht.
Um den illegalen Welpen- und Kätzchen-Handel einzudämmen, hat das EU-Parlament nun in Straßburg mit überwältigender Mehrheit für eine neue Verordnung gestimmt: Hunde und Katzen müssen künftig per Mikrochip identifizierbar sein und in nationalen Datenbanken registriert werden.
Wie n-tv.de unter Berufung auf die Nachrichtenagentur dpa berichtet, gibt es mehrjährige Übergangsfristen. Für privat gehaltene Hunde greift die Pflicht zehn Jahre nach Inkrafttreten, für Katzen sogar erst nach 15 Jahren. Bauernhofkatzen sind davon ausgenommen. Für Händler und Züchter gelten die neuen Regeln dagegen bereits nach vier Jahren.
Neben der Chip-Pflicht enthält die Verordnung auch Vorgaben für Züchter. Händler und Züchter müssen ihre Tiere unter guten Bedingungen halten. Hunde und Katzen mit "extremen Merkmalen" dürfen zudem nicht für die Zucht verwendet werden, wenn ein hohes Risiko für Leiden besteht – etwa stark gezüchtete Hunde mit extrem flachen Nasen, die oft unter Atemnot leiden.
Genaue Definitionen dafür will die EU-Kommission gemeinsam mit Fachleuten bis Juli 2030 festlegen. Unterhändler des Parlaments und der EU-Staaten hatten sich bereits im November auf die neuen Regeln geeinigt. Sie müssen nun noch formell vom Rat bestätigt werden.