Zwei Tage lang wollte Yorkshire-Terrier-Mädchen "Molly" nichts mehr fressen und machte generell einen erbärmlichen Eindruck. Stunden des Bangens in der veterinärmedizinischen Notaufnahme und etwa 550 Euro später dann die Erleichterung: Molly fehlt im Grunde nichts, sie lehnte offenbar nur plötzlich das übliche Futter mit Hühnchen ab, denn die Super-Leckerlis der Tierpfleger haben geschmeckt.
Hunden sagt man ja eher nach, dass sie sehr verfressen sind und der Futtertrieb ein dankbarer Mechanismus ist, der uns erlaubt, den Hund im positivsten Sinne zu "bestechen". Während Rassen wie Labrador und Retriever zu ziemlich allem im Napf "Ja" sagen, gibt es aber durchaus Vierbeiner, die längst nicht alles fressen und auch ganz genau selektieren wollen. Solche "Feinspitze" sind jedoch oftmals "hausgemacht" und mäkeln aufgrund unserer Erziehung an dem Futter herum.
Natürlich sollte man nach etwa 48 Stunden, wo der Hund nichts frisst, einen Abstecher zum Tierarzt machen, da es naheliegend ist, dass ein medizinisches Problem die Appetitlosigkeit hervorruft. Auch ein schmerzhafter Zahn oder Schmerzen im Rachen können Auslöser sein und sollten unbedingt abgeklärt werden.
Nur aufgrund Geschmacks-Präferenzen verhungert ein gesunder Hund aber NICHT, weshalb man hier ruhig ein wenig auf den großen Hunger warten darf, wenn man eine notwendige Futterumstellung plant und der Vierbeiner ein "Gourmet" ist. Irgendwann frisst er alles und gibt nach.
Achtung! Die Katze muss hier ganz anders behandelt werden, da sie einen blitzschnellen Stoffwechsel hat und bereits nach ein paar Stunden ohne Nahrung Fett in der Leber anreichert (hepatische Lipidose) und ein medizinischer Notfall eintritt.