Du hast gerade gegessen – und trotzdem meldet sich der Hunger schon wieder. Der Griff zum Snack folgt fast automatisch, obwohl du eigentlich satt sein solltest. Ein Gefühl, das viele kennen, aber kaum verstehen. Denn hinter ständigem Hunger steckt oft mehr als nur "zu wenig gegessen".
"Wenn du nach jeder Mahlzeit dauerhaft hungrig bist, solltest du auch andere Lebensstilfaktoren oder Stressoren genauer unter die Lupe nehmen", erklärt Ernährungsexpertin Maddie Pasquariello im "Self"-Interview. Denn oft spielen mehrere Faktoren zusammen – körperliche, aber auch emotionale.
Bestimmte Medikamente, wie Antidepressiva, können den Hunger deutlich steigern: Auch hormonelle Veränderungen wie PMS, Wechseljahre oder eine Schilddrüsenunterfunktion können dazu führen, dass du ständig Appetit hast.
Hier hilft vor allem ein stabiler Lebensstil: ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf, Bewegung und regelmäßige Mahlzeiten. Wenn der Hunger extrem bleibt, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Klingt banal, ist aber einer der häufigsten Gründe. Dein Körper braucht je nach Aktivität unterschiedlich viel Energie: "Was an einem Tag ausreichend ist, kann am nächsten zu wenig sein", so Pasquariello. Wer etwa viel Sport macht oder körperlich aktiv ist, verbraucht mehr Kalorien und braucht entsprechend mehr Nahrung.
Dein Körper braucht Zeit, um Sättigung zu registrieren: Rund 20 Minuten dauert es, bis das Gehirn erkennt, dass genug gegessen wurde. "Es dauert etwas, bis unser Hirn mit dem Magen Schritt hält", erklärt Diätologin Rebecca Ditkoff gegenüber dem US-amerikanischen Magazin. Wer hastig isst, übergeht diese Signale und fühlt sich schneller wieder hungrig.
Wenn du lange nichts isst, kommt es oft zu starkem Hunger – und der lässt sich auch nach dem Essen schwer stillen.
Besonders typisch: Frühstück auslassen und erst mittags essen. Dann ist der Körper bereits im "Notmodus" und signalisiert weiterhin Hunger, selbst nach einer Mahlzeit.
Nicht nur die Menge zählt, sondern auch die Zusammensetzung: Protein, gesunde Fette und Ballaststoffe sorgen dafür, dass du lange satt bleibst. "Wenn eine Mahlzeit hauptsächlich aus schnell verdaulichen Kohlenhydraten besteht, wirst du schneller wieder hungrig", erklärt Pasquariello. Die Kombination macht den Unterschied.
Manchmal geht es gar nicht um echten Hunger, sondern um Genuss. Wenn dein Essen langweilig oder nicht befriedigend war, sucht dein Körper nach "mehr". "Du bist vielleicht nicht wirklich hungrig – aber nicht zufrieden mit dem, was du gegessen hast", meint Ditkoff. Geschmack und Genuss spielen also eine größere Rolle, als viele denken.
Stress, Langeweile oder Ablenkung können dazu führen, dass du mehr isst – selbst ohne echten Hunger.
"Auch wenn du gerade gegessen hast, kann dein Körper nach etwas verlangen – aus emotionalen Gründen", so Pasquariello. Besonders Heißhunger auf Süßes ist ein typisches Zeichen. Statt dich dafür zu verurteilen, hilft ein anderer Ansatz: "Konzentriere dich darauf, was du hinzufügen kannst, um dich wirklich zufrieden zu fühlen – statt darauf, was du dir verbieten solltest."