Neuer Zulieferer

"Kinder haben Hunger" – Kritik am Kindergarten-Essen

Neuer Lieferant, jetzt Kritik: In einem Kindergarten sorgt das Mittagessen für Ärger. Die Bürgermeisterin weist die Vorwürfe entschieden zurück.
Victoria Carina  Frühwirth
19.02.2026, 05:15
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Seit letztem September kommt das Mittagessen in einem Kindergarten in St. Andrä-Wördern nicht mehr vom bisherigen Großanbieter, sondern von einem regionalen Betrieb, der rund 55 Kindergärten und Schulen beliefert. Jetzt werden Vorwürfe laut, welche die Speisenvielfalt, Qualität, Bio-Zutaten und die Kommunikation von Informationen seitens der Gemeinde kritisieren.

Testphase dauert einen Tag an

"Wir haben am 22. September erfahren, dass es für ein Monat eine Testphase geben wird, in welcher der neue Lieferant erprobt wird. Aber am nächsten Tag schon wurde im Gemeinderat der neue Essenslieferant fix beschlossen!", beschwert sich ein Elternteil des St. Andrä-Wördener Kindergartens im "Heute"-Gespräch.

Eltern sind mit dem neuen Essens-Zulieferer unzufrieden.
privat

Besonders die Menügestaltung in der Greifensteiner Straße sorgt für Unmut: "Von einem Drei-Gänge-Menü, so wie es angekündigt war, kann man nicht sprechen. Zuerst gibt es ständig die gleiche Gemüsesuppe mit einer anderen Einlage, dann meistens etwas Deftiges wie Schweinsbraten mit Nudeln oder faschierten Braten. Der dritte Gang ist oft ein einfacher Apfel – das ist für mich kein ganzer Gang."

Mittagessen frisch aus der Dose

Der Elternteil stellt auch die Qualität infrage: Es wurde angepriesen, dass es sich um bio-zertifiziertes, frisches Essen handeln würde, dabei betrifft das laut Information des neuen Zulieferers gerade einmal elf Bio-Zutaten. Die Erwartungen an die Speisen würden nicht erfüllt werden: "Von frisch gekocht kann nicht die Rede sein, damit soll nicht geworben werden. Der Salat kommt offensichtlich aus dem Einmachglas und über die eingelegten Dosen-Pfirsiche als Nachspeise, die als Obst bezeichnet werden, muss ich gar nicht erst reden."

Kritik gibt es auch für die vegetarische Menü-Option, die überwiegend aus Gemüselaibchen bestehen würde: "Dann heißt es mal, das sind Laibchen, und manchmal wird dasselbe Essen als Burger oder Schnitzel bezeichnet."

Ein Elternteil merkt "Heute" gegenüber auch an, das eigene Kind würde durch die Essensumstellung weniger essen – es schmeckt ihm schlichtweg nicht. Das Essen würde darum auf dem Teller liegen bleiben, während das Kind selbst noch Hunger hat.

Bestell-App holt Eltern nicht ab

Mit der neu eingeführten Bestell-App würden Eltern ihre Kinder "ganz einfach" zum Mittagessen anmelden können. Tatsächlich müssen schon am Donnerstag der jeweiligen Vorwoche alle Mahlzeiten der nächsten Woche gebucht und im Voraus mittels App bezahlt werden, heißt es von einem Elternteil. Vergisst ein Elternteil auf die Bestellung, geht das Kind aber leer aus.

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Der neue Essens-Zulieferer würde exakt die Menge der bestellten Speisen liefern. Der Elternteil nochmal: "Dieses Buchen am Donnerstag ist immer ein Gedanke, den man rechtzeitig im Hinterkopf behalten muss. Sonst bekommt das Kind nichts." Es hieß zwar, der neue Essenslieferant sei billiger als der Essensdienst zuvor. Tatsächlich handelt es sich um eine Ersparnis von sieben Cent – wenn man die Kosten miteinberechnet, welche Eltern für die Bestell-App zahlen müssen.

Eltern fordern Besserungen

Der Elternteil fordert nun Konsequenzen und mehr Transparenz: "Mein Ziel ist eine Aufklärung: In der Gemeindezeitung steht, wie zufrieden wir Eltern mit dem neuen Essenslieferanten sind, aber das stimmt nicht. In Wahrheit wollen wir zum alten Essensdienst zurück, oder, dass sich der neue Lieferant verbessert und tatsächlich frisch kocht, überwiegend Bio-Zutaten verwendet und mehr Abwechslung ins Menü für unsere Kleinsten reinbringt."

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"Heute" fragt direkt bei der VP-Bürgermeisterin der Stadtgemeinde St. Andrä-Wördern, Susanna Kittinger, nach und konfrontiert sie mit den Vorwürfen. Kittinger: "Ich habe bei anderen Gemeinden angerufen. Seit Jahren funktioniert die Zusammenarbeit mit jenem neuen Lieferanten in den anderen Schulen und Kindergärten anderer Gemeinden gut."

Ziel von Gemeinde: Kindgerechte Verpflegung

Kittinger führt aus: "Die Gemeinde steht im laufenden Austausch mit dem Anbieter, um Qualität und Akzeptanz kontinuierlich weiterzuentwickeln. Der Gemeinde war bewusst, dass nicht alle eingesetzten Zutaten bio-zertifiziert sind. Maßgeblich war eine Gesamtabwägung aus Regionalität, Qualität, Preisgestaltung, logistischer Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit. Bio-Anteile sind ein Faktor unter mehreren. Die Vorwürfe haben sich also nach meinem Kontakt mit anderen Gemeinden nicht bestätigt."

Bei der neuen App zur Essensbuchung könne laut Kittinger auch ein Abo gebucht werden, Eltern würden außerdem eine App-Benachrichtigung erhalten, wenn das App-Guthaben zu niedrig ist. Kittinger: "Es werden immer wieder Gespräche geführt und Anpassungen vorgenommen. Ziel bleibt eine ausgewogene, kindgerechte Verpflegung in den Kindergärten von St. Andrä-Wördern."

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