Wenn in der Nacht auf den 2. April 2026 der Vollmond seinen Höhepunkt erreicht, richtet sich der Blick vieler Menschen nach oben. Der sogenannte "Pink Moon" steht dann in voller Pracht am Himmel – ein astronomisches Ereignis, das seit Jahrhunderten fasziniert. Sein Maximum erreicht er um 4:11 Uhr früh, doch schon am Abend zuvor erscheint er nahezu vollständig rund.
Der Name führt allerdings regelmäßig in die Irre: Rosa ist der Mond nicht. Die Bezeichnung stammt von einer nordamerikanischen Frühlingsblume, dem Phlox, die im April in kräftigem Pink blüht.
Und doch verbindet sich mit dem Vollmond weit mehr als bloße Himmelsbeobachtung – etwa die hartnäckige Vorstellung, dass er unseren Schlaf beeinflusst.
Schlaflose Nächte bei Vollmond: Für viele ist das keine Einbildung, sondern vermeintliche Erfahrung. Der Glaube daran reicht bis in die Antike zurück. Doch wissenschaftlich lässt sich dieser Zusammenhang kaum belegen.
Im Gegenteil, der Einfluss des Mondes auf unseren Schlaf ist sehr viel geringer, als viele vermuten. Das zeigt eine groß angelegte Untersuchung des Max-Planck-Instituts, bei der mehr als 2.000 Nächte von über 1.200 Personen analysiert wurden – ohne einen Zusammenhang zwischen Mondphasen und Schlafqualität zu finden.
Daran änderten auch weitere Analysen von über 20.000 Nächten nichts, die ebenfalls im Rahmen der Studie untersucht wurden.
Wenn der Mond nicht schuld ist – warum fühlen sich viele dennoch unausgeschlafen? Prof. Kneginja Richter, Leiterin der Schlafambulanz an der Nürnberger Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, sieht die Ursache im Kopf. Die Erwartung, bei Vollmond schlecht zu schlafen, könne zur "selbsterfüllenden Prophezeiung" werden, erklärte die Expertin vor einiger Zeit gegenüber der "Apotheken Umschau".
Hinzu komme ein ganz banaler Faktor: Licht. Vollmondnächte sind heller – und Helligkeit hemmt die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. In früheren Zeiten, ohne Vorhänge und künstliche Beleuchtung, dürfte dieser Effekt stärker gewesen sein. Heute hingegen überlagern andere Einflüsse wie Stress, Bildschirmnutzung oder unregelmäßige Schlafgewohnheiten den möglichen Einfluss des Mondlichts deutlich.