Alkohol und andere Substanzen lassen bei einem Tschetschenen um die 30 Jahre regelmäßig die Sicherungen durchbrennen. Einbruch, schwere Körperverletzung, Drogen – acht Vorstrafen häufte der Angeklagte an, obwohl er erst seit 2024 in Österreich ist. Kurz vor Silvester war der Verdächtige zum letzten Mal aus der Haft entlassen worden. Mitte Jänner kam es schon zum nächsten schrecklichen Eklat.
Zugedröhnt mit Alkohol, Cannabis und anderen Drogen randalierte der Tschetschene in der Wohnung seiner Mutter in Wien-Floridsdorf. Dabei geriet die schwarze Katze seines Bruders in sein stark getrübtes Visier. Der kleine Stubentiger dürfte sich vor dem Randalierer gefürchtet haben, biss ihm in die Hand.
Der Tschetschene sah rot, erwürgte die Samtpfote mit bloßen Händen im Wohnzimmer. Seine geschockten Angehörigen gerieten in Panik – die Mutter rief die Polizei. Der Verdächtige wurde angezeigt. "Ich wollte die Katze eh nicht umbringen", so der Angeklagte halbherzig. Ein paar Wochen später klickten dann die Handschellen.
Der kahl rasierte Tschetschene hatte im Vollrausch ein Auto demoliert, wollte in einem Juweliergeschäft eine Uhr um 225 Euro stehlen. Als die Polizei kam, ging er mit satten 1,52 Promille auf die Beamten los. Vor Gericht grinste er nur in sich hinein, rutschte gelangweilt auf seinem Sessel nach unten – die Richterin ließ das im Protokoll festhalten. "Er ist seit seinem achten Lebensjahr kriminell", so der psychiatrische Gutachter. Dem Mann fehle "jegliche Empathie".
"Es war nicht das erste Mal, dass er eine Katze gequält hat." Der Tschetschene sei sehr gefährlich, leide an einer Persönlichkeitsstörung "mit hohem psychopathischen Anteil". Auch in der Haft sorgte er mit psychotischen Wutanfällen für Probleme.
"Ihnen war ziemlich egal, was sie gemacht haben", so die Richterin zu dem Katzenquäler. Urteil am Mittwoch wegen einer "Straftat im Zustand voller Berauschung" und anderer Delikte: 24 Monate Haft und Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum. "Das war's, oder?", so der Angeklagte. "So lange, bis Sie nicht mehr gefährlich sind, bekommen Sie eine Therapie", gab ihm die Richterin mit auf den Weg. Der Spruch ist bereits rechtskräftig.