Jahrelange Haftstrafen

Freispruch im "Fall Anna": Gang wegen Raub verurteilt

Zwei im "Fall Anna" freigesprochene Burschen standen jetzt wegen schweren Raubes in Wien vor Gericht. Vor Gericht waren sie schweigsam – das Urteil!
Thomas Peterthalner
20.05.2026, 12:52
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Mit gesenkten Köpfen und Blick auf den Boden wurden die vier Angeklagten Mittwoch in den Saal am Wiener Landl geführt. Von früheren Provokationen war nichts zu sehen – das Quartett war von ihren Star-Anwälten offenbar gut gebrieft worden. Zwei Burschen der "Antons-Gang" aus Favoriten standen bereits im Vorjahr im viel beachteten "Fall Anna" vor Gericht, waren rechtskräftig freigesprochen worden. Damals ging es um den mutmaßlichen Missbrauchs-Fall eines zwölfjährigen Mädchens.

Opfer observiert

Schwerer Raub lautete nun am Mittwoch (20.5.) der Vorwurf. Die vier Angeklagten (21, 17, 23, 24 Jahre) sollen im Juni 2025 einen Supermarktbetreiber in Wien-Simmering ausgekundschaftet haben. Sie hatten Wind davon bekommen, dass der Geschäftsinhaber oft mit sehr viel Bargeld unterwegs war.

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"Alles ist richtig"

Am 2. Juni sollen sie den Mann in der Garage seines Wohnhauses in Wien-Simmering überfallen und ausgeraubt haben. Beute: 4.000 Euro Bargeld, ein Handy und Autoschlüssel. Nach dem Vorfall flüchtete die Gang mit dem Taxi vom Tatort. Vor Gericht gaben sich die Verdächtigen am Mittwoch schweigsam. "Alles, was die Staatsanwaltschaft vorwirft, ist richtig", so Top-Verteidiger Philipp Wolm. Sein erstangeklagter Mandant habe ein Geständnis abgelegt.

Verteidiger Mirsad Musliu vertrat in der Causa.
Sabine Hertel

"Mitgehangen, mitgefangen"

Der drittangeklagte 23-Jährige soll den Coup geplant, seine Komplizen mit Pfefferspray versorgt haben. Außerdem habe er eine Gaspistole vom Typ Glock 17 bei sich gehabt. "Ich bekenne mich schuldig", so der Angeklagte. "Ich war aber nicht am Tatort", sorgte er kurz für Verwirrung.  Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger machte er dann keine Angaben mehr, meinte nur "mitgehangen, mitgefangen".

"Zwei Vermummte in Garage"

"Es waren zwei Vermummte in der Garage. Ich dachte, sie wollten ein Auto aufbrechen", so ein Zeuge. Einer sei groß, der andere etwas kleiner gewesen – was auf die beiden Hauptangeklagten zutreffen würde. "Sie haben mich gar nicht beachtet." Er habe die Polizei gerufen, doch als die Beamten kamen, war die Gang schon weg. Sie sollen per Taxi geflüchtet sein. Erst eine DNA-Spur von einem verlorenen Pullover-Zugband führte schließlich zu den Verdächtigen.

Geschäftsinhaber "gepfeffert"

Mit Skimasken sollen sie  dem Supermarkt-Chef aufgelauert haben, streckten ihn mit einem Kinnhaken nieder. Dann wurde er "gepfeffert". Auch als er am Boden lag mit Tritten und Schlägen attackiert. "Ich war im Vollrausch und Benzo-süchtig", so der zweitangeklagte 17-Jährige. "Ich möchte keine weiteren Angaben machen." "Er wurde überredet, mitzumachen", so Top-Anwalt Mirsad Musliu.

Jahrelange Haft

Der viertangeklagte 24-Jährige stand angeblich als Aufpasser vor der Garage. Auch er wollte vor Gericht nichts sagen. Er hatte auch bei der Polizei nichts gesagt. Die vier Angeklagten – alle haben Migrationshintergrund – wurden aus der U-Haft vorgeführt, um 12.30 Uhr fielen bereits die Urteile. Der 17-Jährige fasste 32 Monate Haft aus, der 21-Jährige muss 4,5 Jahre in Haft. Die beiden anderen Angeklagten fassten 4,5 Jahre fest bzw. drei Jahre teilbedingt aus. Die Sprüche sind bereits rechtskräftig.

{title && {title} } pet, {title && {title} } 20.05.2026, 12:52
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