Trauriges Comeback am Wiener Landl für zwei junge "Stammgäste". Letzten Herbst wurden im aufsehenerregenden "Fall Anna" zehn Burschen im Alter zwischen 16 und 21 Jahren rechtskräftig freigesprochen. Jetzt droht zwei der damaligen Angeklagten eine längere Haftstrafe – diesmal wegen eines Raubüberfalls in Wien-Simmering.
Ein 17- und ein 21-Jähriger – beide österreichische Staatsbürger mit Migrationshintergrund – sollen gemeinsam mit zwei weiteren Verdächtigen am 2. Juni 2025 einen Supermarktbetreiber in der Tiefgarage einer Wohnhausanlage überfallen haben. Laut Anklage waren die Burschen maskiert, lauerten dem Mann mit Pfefferspray sowie einer Gaspistole auf. Dann sollen sie den Mann mit Fausschlägen und Fußtritten attackiert haben. Sie erbeuteten ein Samsung-Handy, Autoschlüssel und eine Geldbörse mit Einnahmen in der Höhe von 4.000 Euro.
Der Drittangeklagte soll gewusst haben, dass das Opfer einen Supermarkt in Wien-Simmering betrieb und oft mit viel Bargeld unterwegs war, gemeinsam mit dem Viertangeklagten wurde der Geschäftsbetreiber observiert. Am 2. Juni 2025 schritten die Burschen dann angeblich zur Tat, sie sollen den Mann in einer Tiefgarage überfallen haben. Nach der Attacke flüchteten die Burschen im Taxi. Am Tatort wurde ein Zugband eines Pullovers gefunden – mit der DNA des Erstangeklagten.
Bereits im November wurden die beiden jungen Männer wegen Tatbegehungsgefahr in Untersuchungshaft genommen. Nun wird der Fall am 20. Mai vor einem Schöffensenat am Wiener Landesgericht verhandelt. Alle vier Verdächtigen sind in U-Haft, zwei Burschen sitzen in der berüchtigten Jugendstrafanstalt am Münnichplatz in Wien-Simmering ein.
Die beiden ehemaligen Angeklagten aus dem "Fall Anna" dürften sich laut Verteidiger Mirsad Musliu vor Gericht schuldig bekennen. Der 21-Jährige hatte laut Ermittlungsakten bereits ausgesagt, er habe sich überreden lassen, "schnelles Geld" machen zu wollen. Auch der 17-Jährige zeigte sich geständig. Die Unschuldsvermutung gilt.