Ermittlern der Landespolizeidirektion Wien ist ein Schlag gegen mutmaßliche Cyber-Betrüger gelungen. Seit 6. April 2026 soll eine bisher unbekannte Täterschaft mit einem oder mehreren Geräten, sogenannten "SMS Blastern" im Großraum Wien unterwegs gewesen sein und massenhaft Phishing-SMS verschickt haben.
Besonders betroffen waren Orte mit vielen Menschen, etwa größere Veranstaltungen. Dort sollen die Geräte stundenlang aktiv gewesen sein – teilweise mehrmals täglich. Die betrügerischen Nachrichten wurden offenbar im Namen bekannter Paketdienste und Mobilfunkanbieter versendet.
Am 14. Mai 2026 gegen 15.47 Uhr konnten Ermittler schließlich einen Verdächtigen lokalisieren. Das Einsatzkommando Cobra stoppte ein Fahrzeug und nahm den Lenker fest. Bei dem Mann handelt es sich um einen 32-jährigen chinesischen Staatsbürger.
Im Auto befand sich auch sein sechs Monate alter Sohn. Da von den Geräten eine erhebliche Strahlenbelastung ausgehen kann, wird dem Mann neben versuchtem gewerbsmäßigem Betrug auch die Gefährdung der körperlichen Sicherheit seines Kindes vorgeworfen.
Im Pkw stellten die Ermittler unter anderem einen sogenannten SMS-Blaster sicher. Während sich Handys mit so einem Gerät verbinden, können Betroffene keine Anrufe tätigen, keine SMS versenden und kein mobiles Internet nutzen. Auch Notrufe können dadurch beeinträchtigt werden. Ein SMS-Blaster kann bis zu 100.000 Nachrichten pro Stunde verschicken.
Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Ermittler noch einen weiteren SMS-Blaster, zwei Notebooks, zehn Mobiltelefone, zwei Tablets sowie Batterien, Spannungswandler und weiteres technisches Zubehör. Die Geräte werden nun ausgewertet.
Der 32-Jährige zeigte sich bei der Einvernahme geständig. Über Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurde er in eine Justizanstalt gebracht.