Prozess in Wiener Neustadt

Swift-Terrorist will seine Bin-Laden-Uhr zurück

Der Prozess gegen Beran A., der im Sommer 2024 beim Konzert des US-Superstars Taylor Swift ein Blutbad anrichten wollte, geht in die nächste Runde.
Newsdesk Heute
19.05.2026, 10:31
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Am Dienstag (19. Mai) ging in Wiener Neustadt (NÖ) der Prozess gegen Beran A., der im August 2024 beim Konzert des US-Superstars Taylor Swift ein Blutbad anrichten wollte, weiter.

Bislang versuchte der 21-Jährige, sich mit Unterstützung seiner engagierten Verteidigerin Anna Mair als Opfer darzustellen. Erste Zeugenaussagen widersprechen nun dieser Darstellung.

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"Er hat immer versucht, mich zu bekehren. Ich bin christlich. Er sagte, der Jesus war mein Prophet und er war auch ein Moslem", erzählt Patrick E., ein früherer Freund des Angeklagten.

Im Juni oder Juli 2024, nur wenige Wochen vor dem geplanten Anschlag im Wiener Ernst-Happel-Stadion, sah er ihn wieder, erzählt er vor Gericht. "Da war er schon radikal. Er hat fünf Mal am Tag gebetet, kein einziges Gebet ausgelassen, einmal auch unter einer Brücke auf dem Fahrradweg. Er hatte auch diese weiten hochgekrempelten Hosen an, was typisch für Salafisten ist." E. erwiderte ihm, dass er sich das nicht vorstellen könne.

Dennoch zeigen Videos, wie Patrick E. gemeinsam mit Beran A. auf Dächern verlassener Häuser Schießübungen durchführte. "Es waren Platzpatronen. Uns war einfach fad", so der Zeuge.

Bereits zuvor hatte ihn der Angeklagte gefragt, ob er scharfe Waffen besorgen könne. Zur Selbstverteidigung, wie er sagte. "Das hab ich ihm eh nicht geglaubt". Was hätte er denn geglaubt, will die Richterin wissen. "Ich dachte, vielleicht zum Angeben", so E.

Später wollte sich Beran A. sein Auto borgen. "Mitte Juli bat er, ob ich ihn in drei Wochen nach Wien bringen könne, aber er wollte nicht sagen, warum. Ich hatte ein mulmiges Gefühl, er war so geheimnistuerisch, sagte nicht, warum. Ich schrieb, dass ich wissen muss, wieso. Ich schrieb im Spaß, solange es kein Amoklauf ist, ist es okay."

Am Tag vor seiner Verhaftung rief Beran A. seinen Freund abermals abends an und erkundigte sich, ob er Batterien hätte. "Er hat gestottert, überlegt, sagte für seinen Fernseher. Und ich fragte im Spaß, willst du eine Bombe basteln?" Der 22-Jährige überlegte an diesem Tag, so erzählt er vor Gericht, zur Polizei zu gehen. "Und am nächsten Tag war schon der Verfassungsschutz vor meiner Tür."

Daraufhin bittet die Richterin den Angeklagten nach vorn. Dieser habe beantragt, seine F91 B Casio zurückzubekommen – eine Uhr, die bereits Osama Bin Laden, Drahtzieher hinter den terroristischen Anschlägen am 11. September 2001 in den USA, getragen hat.

"Und Sie wollen eine Uhr von Osama Bin Laden von mir ausgefolgt haben? Sie wird für Zeitbomben verwendet", will die Richterin wissen. "Ja, aber ich brauche einfach eine Uhr", antwortet Beran A. – und ergänzt: "Ich habe keine Absicht, den Osama nachzumachen oder eine Zeitbombe machen will. Ich brauch`einfach eine. Die wurde mir vor zwei Jahren abgenommen."

Der Prozess ist auf insgesamt fünf Tage angesetzt. Es gilt die Unschuldsvermutung. Wir berichten aktuell.

Dem jungen Mann aus Ternitz wird nicht nur der mutmaßliche Swift-Terror angelastet, sondern auch ein geplanter Anschlag in Dubai, der zeitgleich mit Attacken seiner mutmaßlichen IS-"Karawane" bestehend aus den Jugendfreunden Hassan E. und Arda K. in Istanbul und Mekka stattfinden sollte. Nur Hassan stach wirklich zu, weswegen den anderen beiden wegen Beteiligung am (versuchten) Mord ganze 20 Jahre Haft drohen.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 19.05.2026, 10:36, 19.05.2026, 10:31
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