Auftakt zum Prozess des Jahres am Landesgericht Wiener Neustadt. Der mittlerweile 21-jährige Hochsicherheitshäftling Beran A. aus Ternitz muss sich wegen terroristischer Straftaten und der Beteiligung an einer kriminellen Organisation vor Gericht verantworten, wird wohl strengstens bewacht sowohl mit Hand- als auch mit Fußfesseln vorgeführt.
Laut Anklage soll der junge Mann mit Wurzeln aus Nordmazedonien ab Mai 2023 zum glühenden IS-Fanatiker geworden sein, habe "den westlichen Lebensstil" zunehmend verabscheut und Anschlagspläne gewälzt, darunter – das führte schließlich zur Festnahme am 7. August – einen Anschlag auf ein Wien-Konzert von US-Superstar Taylor Swift geplant haben.
Ermittler fanden in seinen Chats Bauanleitungen für eine sogenannte Schrapnell-Bombe, fanden im Garten seines Elternhauses literweise Chemikalien, einen Zünder und eine in einem Glas eingeschlossene Red-Bull-Dose, die wohl als Hülle für die Bombe hätte herhalten sollen.
Die Ermittlungen im Terror-Komplex reichen weit über Österreich hinaus: Dem 21-Jährigen wird vorgeworfen, Kontakte zu weiteren Verdächtigen im Ausland gehabt und Anschläge in Dubai und Istanbul mitgeplant zu haben. Zudem habe er einen Attentäter aus Niederösterreich bei seinem Plan in Saudi-Arabien psychisch unterstützt. Der junge Mann soll in Mekka mehrere Menschen mit einem Messer attackiert haben, sitzt seither dort im Kerker.
Beran A. wird von Anwältin Anna Mair verteidigt, sie will "das Beste" für ihren Mandanten erreichen – dem Vernehmen nach will er sich teilweise schuldig bekennen, vermutlich fürs Verbreiten von IS-Propaganda oder den Versuch, über Händler an Schusswaffen und eine Handgranate zu kommen. Dem jungen Erwachsenen droht die zulässige Höchststrafe von 10 bis 20 Jahren Haft. Am ersten von insgesamt vier vollen Verhandlungstagen wird ein großer Medienandrang erwartet.