Der Fall sorgte 2024 weltweit für Aufsehen: Nach konkreten Hinweisen auf einen möglichen Terroranschlag wurde das Taylor-Swift-Konzert im Wiener Ernst-Happel-Stadion kurzfristig abgesagt. Zehntausende Fans standen vor verschlossenen Toren – jetzt wird der Fall vor Gericht neu aufgerollt.
Ab 28. April sitzen in Wiener Neustadt zwei 21-Jährige auf der Anklagebank. Einer soll den Anschlag in Wien geplant haben, der Zweite wurde erst im Zuge der Ermittlungen als mutmaßlicher Komplize ausgeforscht.
Der Hauptverdächtige wurde bereits im August 2024 festgenommen. Damals schien klar: Ein möglicher Attentäter wurde rechtzeitig gestoppt. Doch bei der Auswertung seines Handys stießen Ermittler auf einen zweiten Mann, der ebenfalls tief in die Pläne verstrickt gewesen sein soll. Gegen ihn wurde später Anklage erhoben – nun wird gemeinsam verhandelt.
Laut Ermittlungen waren die beiden Teil einer kleinen, aber gefährlichen Gruppe. Gemeinsam mit einem dritten Mann sollen sie sich über Monate hinweg radikalisiert und konkrete Anschläge ins Auge gefasst haben.
Die drei jungen Männer sollen geplant haben, rund um den Beginn des Ramadan 2024 gleichzeitig zuzuschlagen. Ziel war es, mit mehreren Attacken für maximale Aufmerksamkeit zu sorgen. Zwei von ihnen reisten dafür ins Ausland. Einer setzte seinen Plan in Saudi-Arabien tatsächlich um und verletzte mehrere Sicherheitskräfte mit einem Messer schwer. Ein anderer kehrte aus Istanbul nach Wien zurück, ohne einen Anschlag verübt zu haben.
Der Hauptangeklagte soll danach einen Angriff auf das Swift-Konzert vorbereitet haben. Im Visier: die Menschenmassen vor dem Stadion. Laut Ermittlungen wollte er möglichst viele Personen töten und die Situation vor Ort ausnutzen. Zur Tat kam es nicht – die Polizei griff rechtzeitig ein. Der zweite Angeklagte wurde erst Monate später festgenommen. Sein Verfahren wurde nach Wiener Neustadt verlegt und mit dem Hauptprozess zusammengelegt.
Der Prozess wird unter massiven Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Polizei und Staatsschutz werden stark präsent sein, auch zusätzliche Verhandlungstage sind nicht ausgeschlossen.
Wie die APA berichtet, drohen den beiden Angeklagten im Fall einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Haft. Das Gericht muss nun klären, wie konkret die Anschlagspläne waren und welche Rolle jeder Einzelne spielte. Für viele bleibt der Sommer 2024 unvergessen – und die Frage, wie knapp Wien damals an einer Katastrophe vorbeigeschrammt ist.