"Werde ich hingerichtet?"

Todesstrafe droht! Österreicher sitzt im Saudi-Häfn

Ein 21-jähriger Niederösterreicher sitzt seit 2024 in Saudi-Arabien in Haft. Nach einer Messerattacke in Mekka droht ihm die Hinrichtung.
Christoph Weichsler
26.01.2026, 13:39
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Ein Österreicher sitzt in Saudi-Arabien im Gefängnis – es geht jetzt um sein Leben. Nach einer Messerattacke in Mekka droht einem 21-Jährigen aus Niederösterreich die Todesstrafe. Ein Prozess hat noch nicht einmal begonnen.

Der Fall ist heikel und für Österreich einzigartig. Noch nie stand ein heimischer Staatsbürger im Ausland so konkret vor einer möglichen Hinrichtung. Und noch nie war unklarer, ob diplomatische Hilfe am Ende reicht – das "Profil" berichtete darüber.

Angriff im heiligsten Ort des Islam

Hasan E. wurde am 11. März 2024 in Mekka festgenommen. Laut saudischen Behörden soll er mit einem Messer einen staatlichen Sicherheitsbeamten attackiert haben. Dabei wurden weitere Personen verletzt. Der Angriff ereignete sich im Umfeld der Al-Haram-Moschee, dem heiligsten Ort des Islam und einem der strengst überwachten Plätze der Welt.

Der damals 20-Jährige wurde noch vor Ort überwältigt. Wenig später erfolgte die Überstellung in das Hochsicherheitsgefängnis Dhahban nahe Dschidda, wo er bis heute in Haft sitzt. Für Hasan E. gilt die Unschuldsvermutung.

Schwere Vorwürfe, noch kein Termin

Nach offiziellen Angaben gab es bislang nur Vorverhandlungen. Eine Anklageschrift liegt nicht vor, ein Termin für den Prozess ist unbekannt. Dennoch ist die Lage ernst: Auf Delikte wie versuchten Mord, Terrorismus oder "Krieg gegen den Staat" steht in Saudi-Arabien die Todesstrafe.

Bei einem Besuch eines österreichischen Botschaftsmitarbeiters fragte Hasan E. laut Besuchsbericht: "Werde ich wirklich hingerichtet?" Er bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet sie als konstruiert.

Österreich hilft – begrenzt

Das Außenministerium bestätigt, dass die österreichische Botschaft in Riad seit der Festnahme mit Hasan E. in Kontakt steht. Es gab Haftbesuche sowie Gespräche mit der Familie und den saudischen Behörden.

"Der Betroffene hat einen Pflichtverteidiger. Das Strafverfahren läuft noch, die Botschaft bemüht sich um regelmäßige Prozessbeobachtung", heißt es aus dem Außenministerium. Weitere Details werden nicht genannt.

Entscheidung über Leben oder Tod

Ob diplomatischer Druck die Todesstrafe verhindern kann, ist offen. Klar ist nur: Der Ausgang des Verfahrens liegt nicht in österreichischer Hand.

Für Hasan E. zählt jeder Tag. Denn am Ende geht es nicht um Schuld oder Unschuld allein – sondern um die Frage, ob ein Österreicher im Jahr 2026 in Saudi-Arabien hingerichtet wird oder nicht.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 26.01.2026, 13:39
Jetzt E-Paper lesen