1,4 Millionen Euro im Gepäck

In Nigeria in Haft – Österreicher hofft auf Kaution

Mit 1,4 Millionen Euro im Gepäck wurde ein Österreicher in Lagos festgenommen. Nun gibt es Bewegung: Eine Freilassung gegen Kaution rückt näher.
Christoph Weichsler
21.01.2026, 14:14
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Der Fall sorgte international für Aufsehen: Ein Vorarlberger Textilhändler wird am Flughafen von Lagos mit einem Koffer voller Bargeld gestoppt – 1,4 Millionen Euro in Dollar und Euro. Seitdem sitzt der Mann in Nigeria in Untersuchungshaft – "Heute" berichtete. Jetzt zeichnet sich erstmals eine mögliche Wende ab.

Denn nach Wochen hinter Gittern könnte der Österreicher bald auf freien Fuß kommen. Ein Gericht in Lagos soll einem Kautionsantrag grundsätzlich zugestimmt haben – allerdings unter strengen Bedingungen.

Festnahme mit 1,4 Millionen Euro

Der Unternehmer war am 13. Dezember 2025 am internationalen Flughafen Murtala Muhammed in Lagos festgenommen worden. Zollbeamte entdeckten in seinem Gepäck 800.575 US-Dollar und 651.505 Euro. Der Mann wollte nach Dubai weiterreisen, konnte laut Ermittlern aber keine schlüssige Erklärung zur Herkunft des Geldes liefern.

Die nigerianische Anti-Korruptionsbehörde EFCC (Economic and Financial Crimes Commission) leitete daraufhin ein Verfahren wegen mutmaßlicher Geldwäsche ein. Vor Gericht bekannte sich der Österreicher nicht schuldig. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Geld soll aus Textilhandel stammen

Wie der "Standard" berichtet, sollen die Millionen aus dem Textilgeschäft stammen. Die Familie des Beschuldigten ist seit Jahrzehnten im Textilhandel tätig. Laut Recherchen wurden Stickereien aus Vorarlberg nach Nigeria geliefert und dort verkauft, die Einnahmen anschließend in bar eingesammelt.

Demnach sei es in der Branche üblich, einem Mittelsmann in Lagos rund ein Prozent der Bargeldsumme zu zahlen, um bei der Ausreise keine Probleme zu bekommen. Genau diese Absicherung soll im aktuellen Fall nicht erfolgt sein.

Kaution nur unter strengen Auflagen

Seit 9. Jänner läuft das Verfahren offiziell. Nun soll laut "Standard" dem Kautionsantrag grundsätzlich stattgegeben worden sein. Die Bedingungen gelten jedoch als streng: Der Österreicher benötigte zwei Bürgen in Lagos, die über ausreichend finanzielle Mittel und Grundbesitz verfügen.

Zusätzlich soll eine Bescheinigung vorgelegt werden, die eine steuerliche Unbedenklichkeit bestätigt. Ob diese Voraussetzungen erfüllt werden können, ist derzeit offen. Auch die Höhe der Kaution ist nicht bekannt.

Rückkehr nach Österreich weiter offen

Selbst bei einer Freilassung bleibt eine Ausreise fraglich. Das Außenministerium stellte klar, dass eine Überstellung nach Österreich erst nach rechtskräftigem Abschluss des Verfahrens in Nigeria möglich ist. Die österreichische Botschaft in Abuja steht mit dem Inhaftierten in Kontakt und leistet konsularische Unterstützung.

{title && {title} } CW, {title && {title} } Akt. 21.01.2026, 16:53, 21.01.2026, 14:14
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