Mit Baseballschläger, Messer, Pfefferspray und Co. sollen fünf Freunde aus dem Burgenland und Niederösterreich (28, 26, 33, 29 und 28) mehrmals auf Raubzug gegangen sein. Am Dienstag standen sie gemeinsam am Wiener Landl vor Gericht.
Ihnen wird – unter anderem – vorgeworfen, im Jahr 2024 in der Nähe von Oberwart (Bgld.) "einen Griechen" beraubt und in den Kofferraum eines Autos gezerrt zu haben. Anschließend sei man mit ihm durch ruppiges Gelände gefahren, sodass er Verletzungen erlitt.
Im Juli 2025 sollen sie auf der ständigen Suche nach Geld einen angeblich "pädophilen" Sadomaso-Fan besucht und malträtiert zu haben. Der mitangeklagte Lockvogel (26) hatte um 30 Euro ein Sex-Treffen in der Wiener Leopoldstadt zugesagt, bei dem das Opfer einen besonderen Fetisch ausleben wollte, der mit Ausbeutung aller Art zu tun hat.
Per Chat habe der Schulfreund der Angeklagten mitgeteilt, dass er auch mit der Mitnahme von Gegenständen, darunter eine Playstation, einverstanden sei: "Ich lass mich fesseln und ihr ruiniert mich komplett und melkt mich – ps5 wartet auf euch", schrieb er.
„Es is scho bissl eskaliert. Das ganze Bett war voll Blut“Angeklagte (26)
Dennoch lief das Treffen gänzlich anders ab: "Es ist scho’ bissl eskaliert", erklärte die 26-Jährige. Statt der ausgemachten "Leistungen" flogen seitens des mitgebrachten Freundes sofort die Fäuste. Ein maskierter Dritter (Verteidigung Sascha Flatz) mit einem Messer sollte aus "Räuber" auftreten, nahm schließlich alles mit, was nicht niet- und nagelfest war.
"Meinem Mandanten wurde gesagt, dass es da einen ,crazy Typen‘ gebe, der überfallen werden möchte. Und ob er mitmachen will", so Flatz. Das Opfer sei dann aber gefesselt und schwer verletzt zurückgelassen worden. "Das ganze Bett war voll Blut", erklärte die 26-Jährige.
"Wir hoben bissl übertrieben", gestand auch ihr vorbestrafter Freund. "I hob earm zehn Moi ins Gsicht g’haut", erklärte der wegen Raub, Diesel-Diebstahl und Drogenhandel auch noch wegen Tierquälerei angeklagte Mann mit kurz geschorenen Haaren und Plastik-Rosenkranz um den Hals. Der breit gebaute Bauernsohn soll aus Rache den Hund einer Bekannten mit einem Schlachtapparat getötet und entsorgt haben.
Doch das bestritt der Baggerfahrer in breitem Burgenländisch vehement: "Des stimmt a ned. Ich hob ihr noch beim Suchen g’holfen, nachdem er verschwunden war." Vielmehr vermutete er eine Intrige gegen ihn. Auch ein Video der herzlosen Tat, das herumgereicht worden sein soll, stellte der mutmaßliche Kopf der Bande in Abrede: "Na, auf dem Video habe ich ein Schwein getötet, weil ich war Fleischer bei meim erschtn Lehrberuf." Nur deshalb wurde ein Schussapparat bei ihm gefunden.
Schließlich entließ der Richter den Drittangeklagten, der als "bestellter Räuber" aufgetreten war, aus der Haft – kein dringender Tatverdacht mehr! Der Kopf der Bande bleibt hinter Gitter – vertagt. Die Unschuldsvermutung gilt.