Einer brutalen Bande rücksichtsloser Rumtreiber (28, 26, 33, 29 und 28) aus dem Burgenland und Niederösterreich wird in der kommenden Woche in Wien der Prozess gemacht. Im Zentrum der 17-seitigen Anklage, die sich wie ein (schlechter) Tarantino-Thriller liest: Ein burgenländischer Baggerfahrer (28), der zwischen Oktober 2024 und Juli 2025 die Fäden gezogen haben soll.
Dem derzeit in Wien Inhaftierten wird nicht nur schwerer Raub, illegaler Waffenbesitz, dreister Diesel-Diebstahl und Drogenhandel vorgeworfen – er soll auch eine französische Bulldogge erschossen haben! Laut Zeugenaussagen drang der 28-Jährige in der Nacht auf 6. Oktober 2024 aus Rache in die Wohnung einer Bekannten ein, Hündchen "Coco" "gefladert" und anschließend mit einem Schussapparat getötet, in einen Sack gesteckt und in die Pinka geworfen.
Die herzlose Tat sei sogar gefilmt und das Video auf Snapchat verschickt worden. Das Motiv: die Besitzerin habe den Baggerfahrer "wegen etwas ins Gefängnis" bringen wollen. Bei der Hausdurchsuchung wurde bei ihm der Schussapparat gefunden – die Dogge tauchte hingegen nie mehr auf.
Außerdem in der Anklage: Gemeinsam mit Komplizen soll der 28-Jährige einen Griechen unter falschem Vorwand in ein Waldstück bei Oberwart gelockt haben. Dort sei das Opfer mit einem Baseballschläger bedroht, aus einem Transporter gezerrt, getreten, bestohlen, mit Pfefferspray attackiert und in den Kofferraum eines Autos gesperrt worden. Laut Anklage bretterte die Bande daraufhin mit dem Mann im Laderaum wie wild durchs Gelände – bis der Eingesperrte nach einer Albtraum-Fahrt mit geprellten Rippen, blauen Flecken und eine Platzwunde an der Lippe freigelassen wurde.
Im Juli 2025 eskalierte die Gewalt der Teilzeit-Gangster laut Staatsanwaltschaft erneut – diesmal in Wien: Ein Sadomaso-Fan, den eine mitangeklagte 26-Jährige seit ihrer Schulzeit kannte, soll um 30 Euro ein Sex-Treffen gebucht haben, bei dem er auch seinem "Findom"-Fetisch (finanzielle Ausbeutung, Anm.) frönen wollte. Per Chat freute er sich: "Ich lass mich fesseln und ihr ruiniert mich komplett und melkt mich – ps5 wartet auf euch."
Vor Ort sei er betäubt, verprügelt und beraubt worden. "Heast, sei leise, sonst stechen wir dich ab", hätten der Baggerfahrer, seine Freundin und ein maskierter Dritter (verteidigt von Anwalt Sascha Flatz) dem Gefesselten mit einem Messer und "Tschetschenen vor der Tür" gedroht. Das Opfer erlitt eine Nasenbeinfraktur, eine Platzwunde und massive Hämatome.
Die Beute (Handy, Bargeld, Playstation 5, Laptop und eine Soundbar) sei ihnen dank des angeblichen Ausbeutungsfetischs vom Wohnungsmieter freiwillig überlassen worden, argumentiert der Top-Jurist – unklar, ob das vor Gericht durchgeht. Fest steht jedenfalls: Den teils mehrfach Vorbestraften droht wegen schweren bewaffneten Raubes, Tierquälerei und anderen Delikten jeweils bis zu 15 Jahren Haft. Die Unschuldsvermutung gilt.