"Als das bestehende Stadtbad im Frühjahr 2024 für die neue Saison vorbereitet werden sollte, zeigte sich, dass die Schäden an den Rohrleitungen ein Ausmaß erreicht hatten, das eine wirtschaftlich sinnvolle Sanierung nicht mehr zuließ", so Barbara Kainz (ÖVP), Bürgermeisterin von Pöchlarn (Bezirk Melk, NÖ), auf "Heute"-Anfrage. Daraufhin musste das Schwimmbad zusperren.
Schon im Sommer desselben Jahres war klar, dass ein Neubau kommen wird – nach Gesprächen in der Stadtführung und der eindeutigen Rückmeldung von der Bevölkerung.
Chlorbad, Naturbadeteich, etc.: Die unterschiedlichen Varianten wurden geprüft, Fachplaner wurden involviert und die notwendigen Beschlüsse in den verantwortlichen Gremien getroffen. Auch die Optionen für die Finanzierung und die Durchführung wurden abgestimmt mit dem Land Niederösterreich entwickelt.
"Bereits zum Jahreswechsel 2024/2025 konnte mit dem Abbruch der bestehenden Anlage begonnen werden", so die Bürgermeisterin zu "Heute". Die Anlage inklusive der Hochbauten habe circa 4,7 Millionen Euro netto gekostet.
"Das Stadtbad war über vier Jahrzehnte hinweg ein wichtiger sozialer Treffpunkt für Menschen aller Generationen. Viele Bürgerinnen und Bürger verfügen nicht über einen eigenen Pool oder vergleichbare Freizeitmöglichkeiten", so Kainz. Der Gemeinde sei es daher wichtig gewesen, den öffentlichen Raum auch in Zukunft bereitzustellen – für Erholung, Begegnung und Freizeit.
Herausfordernd sei jedoch gewesen, das Projekt durch Immobilien- und Grundstücksverkäufe zu finanzieren. Die Stadt-Chefin erklärt: "Dass bereits vor der Eröffnung mehr als 900 Saisonkarten verkauft wurden, bestätigt jedoch die hohe Bedeutung des Stadtbades für die Bevölkerung und die Richtigkeit der getroffenen Entscheidung."
Bei dem Bau des Teichs sei es laut Gemeinde-Website zu einer deutlichen Kostenüberschreitung von circa 77.000 Euro gekommen. Kainz rechtfertigt das gegenüber "Heute" wie folgt: "Im Zuge der Bauarbeiten ergaben sich mehrfach Möglichkeiten, die Anlage im Hinblick auf ihre zukünftige Nutzung, Wartung und Langlebigkeit weiter zu verbessern. Ziel war und ist es, das Stadtbad möglichst nachhaltig und zukunftsfit zu gestalten. Die zusätzlichen Investitionen dienen daher einer langfristigen Qualitätssteigerung der gesamten Anlage."
Der eingeplante Zeitrahmen konnte großteils eingehalten werden, so Kainz: "Lediglich der vergleichsweise strenge Winter und das kühle Frühjahr führten dazu, dass sich das Wachstum der Grünflächen etwas verzögerte." Diese natürlichen Prozesse könne man aber nicht komplett beeinflussen, sie seien Teil eines Projekts in dieser Größe.
Am 6. Juni wurde das neue Stadtbad wiedereröffnet. Es ist jeden Tag von 8 bis 20 Uhr geöffnet. "Wir wünschen uns, dass sich unsere Gäste in der neuen Anlage wohlfühlen und die vielfältigen Möglichkeiten des Stadtbades genießen. Vor allem hoffen wir auf eine erfolgreiche erste Saison mit vielen schönen Begegnungen sowie einem sonnigen und warmen Sommer für alle Besucherinnen und Besucher", so die Ortschefin.
Bei der Eröffnung am 6. Juni waren 700 Gäste anwesend, über den ganzen Tag hinweg waren insgesamt über 1.000 Menschen im neuen Stadtbad.