Neue Saison, neues Konzept: Das Freibad Krumbach (Bezirk Wiener Neustadt, NÖ) sperrt am Samstag, 30. Mai, auf. Auf die Gäste kommen weniger Ausgaben, aber mehr Verantwortung zu – wir berichteten. Bürgermeister Christian Stacherl (ÖVP) erklärt auf "Heute"-Nachfrage: "Der Eintritt für die Badegäste im Freibad Krumbach ist heuer kostenlos, und das aus mehreren Gründen" – drei, um genau zu sein.
Erstens werden laut Stacherl Kosten für Personal, Badeaufsicht und Kassier eingespart: "Diese Ersparnis beläuft sich jährlich auf rund 8.000 Euro."
"Zweitens möchten wir als familienfreundliche Gemeinde allen Familien einen unkomplizierten und leistbaren Badespaß ermöglichen. Gerade in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten ist uns das ein wichtiges Anliegen", so der Bürgermeister weiter.
Der dritte Grund bezieht sich auf die personellen Herausforderungen, "weil wir trotz intensiver Suche nicht ausreichend qualifiziertes Personal für die Badeaufsicht finden konnten", so Stacherl. Der kostenlose Eintritt sei eine gute und faire Lösung für alle Beteiligten.
Eine klassische Badeaufsicht werde es dieses Jahr im Freibad nicht geben, aber es werde laut Stacherl natürlich trotzdem auf die Sicherheit geachtet.
"Gleichzeitig war uns aber wichtig, dass im Freibad dennoch jederzeit jemand vor Ort ist. Deshalb wird das Freibad-Buffet heuer erstmals von der Gemeinde selbst betrieben", erklärt der ÖVP-Politiker. Damit werde garantiert, dass Personal im Freibad ist, um es zu öffnen und zu schließen und "auch ein Auge auf den Badebetrieb" zu haben – das Personal sei quasi direkt beim Becken.
Teilweise werde das Freibad-Buffet aber von Praktikanten betrieben, so laut Gemeinde-Website. Stacherl erklärt zu dieser Sicherheitslage: "Auch in den vergangenen Jahren waren teilweise dieselben Personen bereits im Freibad tätig – damals als Badeaufsicht oder im Kassenbereich. Sie kennen also den Ablauf und haben schon bewiesen, dass sie verantwortungsvoll mit ihren Aufgaben umgehen können."
Zur Sicherheit erklärt Stacherl auf "Heute"-Anfrage: "Wir setzen dabei besonders auf Eigenverantwortung, gegenseitige Rücksichtnahme und einen respektvollen Umgang miteinander." Das Personal bekomme zu Saisonbeginn auch eine Einschulung für Notfallsituationen.
Um den laufenden Badebetrieb kümmere sich insbesondere der verantwortliche Mitarbeiter vom Bauhof. "Er kontrolliert täglich in der Früh die Hygiene, die Wasserqualität und die gesamte technische Anlage, bevor die ersten Gäste ins Freibad kommen. Damit ist sichergestellt, dass der Badebetrieb ordnungsgemäß starten kann", so Stacherl. Aber auch die Gemeinde ist verantwortlich.
Bürgermeister Stacherl erklärt auch die Finanzierung des Freibades: "Auf der einen Seite ersparen wir uns durch den Wegfall von Kassier- und Badeaufsichtskosten definitiv Geld, auf der anderen Seite haben wir durch den eigenen Buffetbetrieb die Möglichkeit, zusätzliche Einnahmen zu erzielen." Erwartet wird eine bessere Bilanz als in den vorigen Saisonen.
"Trotzdem wird es auch mit diesem Modell nicht möglich sein, das Freibad kostendeckend oder positiv zu betreiben, weil die hohen laufenden Kosten für Technik, Strom, Wasser und Instandhaltung natürlich weiterhin bestehen bleiben", sieht der Bürgermeister das Konzept auch kritisch. Neben den Buffeteinnahmen werden weiterhin auch Kabinen und Kästen vermietet.
Wie es in den nächsten Jahren wird, wäre noch unseriös zu beantworten, so Stacherl: "Heuer probieren wir dieses Modell erstmals aus – es ist gewissermaßen ein Versuch beziehungsweise ein Pilotprojekt."