Besuch in der "Wörkerei"

Hier nähen Junge ihre Job-Zukunft – und 12.000 Taschen

Die Wörkerei ist ein Projekt zur Integration Arbeitsloser in den Jobmarkt. First Lady Schmidauer überzeugte sich bei einem Besuch, wie es funktioniert
Angela Sellner
29.06.2026, 06:00
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Wer die Wörkerei nahe des Schwendermarkts im 15. Bezirk betritt, befindet sich zunächst in einem hellen, freundlichen Shop mit einem großen Angebot an bunten Taschen. Ein paar Schritte weiter hinten sitzen junge Frauen und Männer an Nähmaschinen, wieder andere schneiden große Planen zurecht.

Die Wörkerei ist ein je zur Hälfte von Caritas und Volkshilfe getragenes Beschäftigungsprojekt, das jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren, die sich bei der Jobsuche schwertun, die Möglichkeit bietet, quasi in einer geschützten Werkstatt ins Arbeitsleben hineinzukommen. Die Wörkerei hat zwei Standorte in Wien, neben jenem am Schwendermarkt noch einen kleineren am Yppenplatz in Ottakring.

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Wie ein "echter" Job

"Im Schnitt sieben Monate sind die Menschen bei uns", erklärt Projektleiterin Safije Januzi-Eder im Gespräch mit "Heute". Es gibt maximal 65 Plätze, die Teilnehmer kommen über das AMS.  Die Taschenwerkstatt ist wie ein "echter" Job – mit fixen Arbeitszeiten. Rund 12.000 Taschen pro Jahr werden in der Wörkerei aus alten Werbeplanen hergestellt, teils auf Auftrag von Firmen oder auch für Messen. "Wir wollten etwas produzieren, das am Markt auch nachgefragt wird", sagt Januzi-Eder.

Zusätzlich zur Näharbeit ("ist ganz einfach, lernt man auch mit zwei linken Händen schnell") gibt es ein individuelles Coaching rund um alles, was mit Arbeitssuche und Berufsleben zu tun hat.

Kontakt zu möglichen Arbeitgebern

Und, ganz wichtig: "Wir unterstützen bei der Jobsuche, haben Kontakt zu möglichen Arbeitgebern, wo die Teilnehmer Praktika absolvieren können und man ausprobiert, ob es von beiden Seiten funktioniert", so Januzi-Eder. "Jeden Zweiten bringen wir in einen Job oder eine Lehrstelle", freut sie sich. Und zwar quer durch alle Branchen.

Subhia M. (Mitte) aus Syrien fand von der Wörkerei aus eine Stelle als Assistentin in der Ordination des Wiener Schönheitschirurgen Modar Koujan (r.)
HBF/Karlovits
„Jeden zweiten Teilnehmer bringen wir in einen Job oder eine Lehrstelle.“
Safije Januzi-EderProjektleiterin Wörkerei

So fand beispielsweise Subhia M. aus Syrien eine Stelle als Assistentin der Ordination des Wiener Schönheitschirurgen Modar Koujan. Er gab der jungen Frau eine Chance und sagt jetzt zu "Heute": "Subhia ist inzwischen meine rechte Hand, ich könnte auf ihre Arbeit nicht mehr verzichten.

"Weg in die Arbeitswelt finden"

Kürzlich stattete auch First Lady Doris Schmidauer, die sich persönlich stark für soziale  Themen engagiert, der Wörkerei einen Besuch ab und zeigte sich beeindruckt: "Die Wörkerei ist ein großartiges und wichtiges Projekt. Hier finden junge Menschen Unterstützung dabei, ihren Platz in der Berufswelt zu finden", so die Ehefrau von Bundespräsident Alexander Van der Bellen gegenüber "Heute".

First Lady Doris Schmidauer lässt sich zeigen, wie in der Wörkerei die Taschen genäht werden.
HBF/Karlovits
„Arbeitslosigkeit ist eine Realität für viele Menschen – und es ist gut zu sehen, wie es hier funktioniert, dass junge Frauen und Männer aus dieser Situation herauskommen.“
Doris SchmidauerFirst Lady der Republik Österreich

"Wenn sie zum Beispiel noch nicht gut Deutsch können oder schlechte Erfahrungen gemacht haben, können die Menschen hier mit engmaschiger Begleitung die Strukturen kennenlernen, sich in einem geschützten Rahmen erproben und den Weg in die Arbeitswelt finden", zeigte sich Schmidauer überzeugt von dem Konzept.

Arbeitslosigkeit sei eine Realität für viele Menschen – "und es ist gut zu sehen, wie es hier funktioniert, dass junge Frauen und Männer aus dieser Situation herauskommen. Einen Job finden, in dem sie sich wohlfühlen. Das ist etwas rundum Positives", so Schmidauer. Denn, nicht zuletzt: "Wir brauchen das Potenzial aller Menschen in Österreich!“

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